Im Gegensatz zu Brown & Brown, einem weit abgeschlagenen Konkurrenten im Ranking, trotzt Aon dem Rückgang der Aktivität im Versicherungssektor und weist ein organisches Wachstum von 5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowie einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns um 17 % aus. Die Prognosen für das Gesamtjahr bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung.

Aon, das gemeinsam mit Marsh McLennan und Willis Tower Watson in einem Oligopol agiert, bringt eine Marktkapitalisierung von 66 Mrd. USD auf die Waage, was dem 18-Fachen des im Jahr 2025 erzielten Gewinns entspricht. Für den Konzern ist dies ein historisches Bewertungsniveau am unteren Ende – ein Titel, der seit jeher zu den Favoriten der Investoren zählt; selbst während der Subprime-Krise fiel dieses Multiple nie unter das 16-Fache des Gewinns.

In den vergangenen zehn Jahren hat Aon seinen Umsatz nahezu verdoppelt, den operativen Gewinn verdreifacht und den Gewinn vor Steuern und Sondereffekten vervierfacht. Charakteristisch für das Management ist eine geschickte Steuerung des Geschäftsportfolios, bei der die Veräußerungen in Summe sogar die Zukäufe überstiegen haben.

Der Konzern hat zwischen 2016 und 2025 insgesamt 26 Mrd. USD an seine Aktionäre ausgeschüttet, davon 21 Mrd. USD über Aktienrückkäufe. Bemerkenswert ist, dass diese Rückkäufe besonders intensiv erfolgten, als die Aktie zu Bewertungsmultiplikatoren gehandelt wurde, die doppelt so hoch waren wie heute – und nun verlangsamt werden, obwohl die Bewertung wieder attraktiver erscheint.

Die Analysten von MarketScreener wären daher nicht überrascht, wenn eine Ankündigung über eine erneute Beschleunigung der Rückkäufe folgen würde – umso mehr, falls die Bewertung weiter nachgeben sollte.

Die operative Performance von Aon liegt weiterhin sehr nahe an der des US-Konkurrenten Marsh McLennan. Beide teilen sich die Spitzenposition im Versicherungsmaklergeschäft, weiterhin mit deutlichem Abstand vor Willis Tower Watson, das Aon 2021 erfolglos zu übernehmen versuchte.

In einer Entscheidung, die damals von einigen als stark protektionistisch bewertet wurde, hatten die US-Wettbewerbsbehörden den Zusammenschluss untersagt – obwohl die europäische Regulierung, die üblicherweise strenger ist, grünes Licht gegeben hatte.