Für Antofagasta war 2025 eine Erinnerung daran, wie kraftvoll der Kupferzyklus sein kann. Der in London notierte chilenische Minenkonzern erzielte ein Rekordergebnis beim operativen Gewinn, da die hohen Metallpreise die leicht rückläufige Produktion mehr als kompensierten.

Das EBITDA stieg auf 5,2019 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 52% gegenüber 3,4268 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024, während der Umsatz um 30% auf 8,6203 Mrd. US-Dollar zulegte. Ebenso bemerkenswert war die Profitabilität: Die EBITDA-Marge weitete sich von 51,8% im Vorjahr auf 60,3% aus – ein Niveau, das Antofagasta unter die profitabelsten großen, auf Kupfer spezialisierten Produzenten einreiht.

Der Impuls kam vor allem vom Preis. Der durchschnittlich realisierte Kupferpreis des Unternehmens stieg auf 4,93 US-Dollar je Pfund, ein Anstieg um 18,1% im Jahresvergleich. In einem Markt, der zunehmend von Elektrifizierung, Rechenzentren und Netzausbau geprägt ist, hat Kupfer seinen Ruf als „Metall mit Doktortitel in Ökonomie“ zurückgewonnen.

Unterstützung kam auch von Nebenprodukten. Höhere Fördermengen und Preise für Gold und Molybdän reduzierten die effektiven Produktionskosten für Kupfer. Die Netto-Cash-Kosten sanken auf 1,19 US-Dollar je Pfund, während die Cash-Kosten vor Gutschriften aus Nebenprodukten bei 2,38 US-Dollar je Pfund lagen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen produzierte Kupfer günstiger, während es zugleich höhere Verkaufspreise erzielte.

Operativ war das Bild jedoch nicht durchgehend positiv. Die Kupferproduktion ging um 2% auf 653.700 Tonnen zurück, was auf niedrigere Erzgehalte und Wartungsarbeiten an einzelnen Standorten zurückzuführen ist, teilweise ausgeglichen durch eine stärkere Konzentratausbringung bei Centinela.

Langjähriges Ziel: Ausbau von Centinela

Wenn 2025 vom Preis geprägt war, werden die kommenden Jahre vom Volumen bestimmt sein. Antofagasta befindet sich in einer der investitionsintensivsten Phasen seiner Geschichte und lenkt erhebliche Mittel in Projekte, die die Fördermenge erhöhen und die Kostenposition sichern sollen.

Die Investitionsausgaben stiegen 2025 (auf Cash-Basis) auf 3,6845 Mrd. US-Dollar, nach 2,4149 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024. Das Management erklärt, dass der Höhepunkt der Bauausgaben für die aktuelle Projektpipeline nun überschritten sei, und hält an dem Ziel fest, die Produktion mittelfristig um 30% zu steigern.

Im Zentrum dieser Ambition steht das Second-Concentrator-Projekt in Centinela, eine Brownfield-Erweiterung mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 4,4 Mrd. US-Dollar. Das Projekt soll zusätzliche 170.000 Tonnen Kupferäquivalent liefern und Centinela weiter auf der globalen Kostenkurve nach unten verschieben. Die Produktionsprognose für 2026 ließ das Unternehmen unverändert bei 650.000 bis 700.000 Tonnen, was darauf hindeutet, dass der eigentliche Produktionssprung erst nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgen wird.

Dividenden, Verschuldung und was die Kennzahlen sagen

Die Investitionsoffensive ging mit steigender Verschuldung einher – bislang jedoch ohne finanzielle Anspannung.

Die Nettoverschuldung erhöhte sich zum Ende des Jahres 2025 auf 2,7495 Mrd. US-Dollar (nach 1,6291 Mrd. US-Dollar ein Jahr zuvor), doch das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA blieb mit 0,53 moderat. Für einen kapitalintensiven Bergbaukonzern in einer Expansionsphase ist dies konservativ. Zudem verfügte die Gruppe zum Jahresende über 4,9099 Mrd. US-Dollar an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiden Anlagen.

Auch die Aktionäre müssen nicht warten. Der Vorstand schlug eine Schlussdividende von 48,0 US-Cent je Aktie vor, womit sich die Gesamtdividende für das Geschäftsjahr auf 64,6 US-Cent beläuft, entsprechend 50% des bereinigten Gewinns. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 129,3 US-Cent und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr mit 62,8 US-Cent.

Insgesamt zeichnen die Zahlen das Bild eines Unternehmens im Sweet Spot des Zyklus: hohe Preise, steigende Margen und eine beherrschbare Verschuldung. Für Investoren stellt sich weniger die Frage nach der aktuellen Ertragskraft – begünstigt durch Kupferpreise nahe 5 US-Dollar je Pfund – als nach deren Nachhaltigkeit. Wie viel des Gewinnsprungs von 2025 ist strukturell, wie viel lediglich zyklisch?