Das Technologie-Start-up Anthropic hat am Donnerstag ein verbessertes Modell künstlicher Intelligenz vorgestellt, nur wenige Tage nachdem Fortschritte bei seinen Produkten einen Ausverkauf traditioneller Software-Aktien ausgelöst hatten.

Das in San Francisco ansässige Labor, das von Amazon.com und Googles Mutterkonzern Alphabet unterstützt wird, bezeichnete sein Modell Claude Opus 4.6 als ein Upgrade gegenüber dem im November veröffentlichten Opus 4.5. Die neue KI kann laut Anthropic Aufgaben länger und zuverlässiger bearbeiten und zeigt Verbesserungen insbesondere beim Programmieren und im Finanzbereich.

Anthropic gab zudem einen Ausblick darauf, wie diese Technologie eine Million Dateneinheiten, sogenannte "Tokens", in einer einzigen Eingabe verarbeiten kann – eine Fähigkeit, die zuvor bereits von Google und einem weniger leistungsstarken Claude-Modell beansprucht wurde. Außerdem stellte Anthropic vor, wie diese KI im Programmierwerkzeug Claude Code Aufgaben auf mehrere autonome Agenten aufteilen und so schneller erledigen kann.

Anthropic gilt als Störfaktor in der Softwarebranche und strebt an, an der technologischen Spitze zu bleiben, während der mit Spannung erwartete Börsengang näher rückt und die Konkurrenz durch Google und OpenAI wächst.

Softwareentwickler haben die KI von Anthropic für das Programmieren angenommen. Gleichzeitig treibt Anthropic mit Produkten wie Claude Cowork, das Computeraufgaben für Büroangestellte ausführt, Geschäftsabschlüsse voran. 

Die schnellen Markteinführungen der KI-Unternehmen haben zu Bewegungen an den Börsen geführt, die darauf hindeuten, dass ältere Softwarefirmen an Relevanz verlieren könnten, da KI ihnen in ihrem eigenen Bereich überlegen ist. Die Aktien von Salesforce, Workday und Thomson Reuters notierten am Donnerstag jeweils rund 3 % niedriger und setzten damit die Verluste der vergangenen Woche fort.

Dennoch haben Branchengrößen wie Nvidia-Chef Jensen Huang solche Sorgen über Disruption zurückgewiesen und argumentiert, dass spezialisierte Produkte, riesige Datenmengen und die KI-Adoption älterer Softwareunternehmen einen Schutzwall bilden werden.

Scott White, Produktchef von Anthropic für Unternehmenskunden, sagte zudem, das Ziel sei es, KI mit älteren Software-Tools zu verbinden, um diese nützlicher zu machen.

"Wir freuen uns auf Partnerschaften und darauf, die Einstiegshürde zu senken, um mehr Wert aus diesen Tools zu ziehen", sagte White gegenüber Reuters.

Claude Cowork, so White, sei vielmehr "die Eingangstür, um schwierige Arbeit zu erledigen".