Die indischen Aktienmärkte stellen sich auf einen volatilen Derivate-Verfall am Dienstag ein. Die Sorge vor einer Eskalation des Iran-Konflikts belastet die Stimmung erheblich und lässt die Nachfrage nach kostspieligen Absicherungen gegen Marktschwankungen sprunghaft ansteigen.

US-Präsident Donald Trump hat Teheran eine Frist bis Montag um ca. 23:45 Uhr GMT (Dienstag, 05:15 Uhr IST) gesetzt, um die Straße von Hormus wieder freizugeben. Andernfalls drohen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes. Der Iran warnte seinerseits mit Vergeltungsschlägen gegen Energie- und Wasserversorgungsanlagen in der gesamten Golfregion.

Am Geld liegende Optionen auf den Nifty 50 mit Fälligkeit am Dienstag implizieren eine Kursbewegung von mehr als 2 %. Dies liegt deutlich über dem Niveau, das üblicherweise vor Verfallstagen zu beobachten ist, und signalisiert laut Brokerhäusern, dass sich Investoren auf außergewöhnlich starke Ausschlage vorbereiten.

Die Unsicherheit reicht über den aktuellen Verfallstermin hinaus: Der Volatilitätsindex des Nifty stieg auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Dieser Anstieg deutet darauf hin, dass die Ungewissheit und die Sorgen rund um den Iran-Konflikt weiterhin das Marktsentiment dominieren, was die Preisschwankungen kurzfristig auf hohem Niveau halten dürfte, so Dhupesh Dhameja, Analyst für Derivate-Research bei SAMCO Securities.

IRAN-KONFLIKT IM FOKUS

Aufgeschreckt durch den Schlagabtausch der Drohungen zwischen den USA und dem Iran brach der Nifty 50 am Montag um 2,5 % auf 22.506,40 Punkte ein und notiert damit nahe einem Einjahrestief.

Die Optionsprämien zogen kräftig an, was die Furcht vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts widerspiegelt.

Die annualisierte implizite Volatilität von Optionen, die zur Absicherung gegen einen weiteren Ausverkauf am Dienstag eingesetzt werden, stieg auf rund 44 % bis 55 %. Dabei weisen Out-of-the-Money-Puts eine höhere Volatilität auf - eine Marktstruktur, die typisch für Phasen extremer Unsicherheit ist.

Die Neubewertung des Risikos spiegelt sich auch in den Erwartungen für die implizite 30-Tage-Volatilität wider, die sich laut LSEG-Daten seit Ausbruch des Krieges auf 19 % bis 20 % nahezu verdoppelt hat.

Ausländische Investoren haben seit Kriegsbeginn fast 10 Milliarden Dollar aus indischen Aktien abgezogen, was den Ausverkauf verschärft und die implizite Volatilität weiter nach oben getrieben hat.

Die Positionierung ausländischer Investoren deutet auf eindeutig bearish ausgerichtete Wetten hin, erklärte Sudeep Shah, Leiter des Bereichs Technical and Derivatives Research bei SBI Securities.

Sie seien im bisherigen Jahresverlauf 2026 in Index-Futures netto short positioniert, fügte er hinzu.