De Beers, eines der weltweit führenden Diamantenunternehmen mit Aktivitäten in Botswana, Namibia, Angola, Südafrika und Kanada, wurde von Anglo zum Verkauf gestellt. Grund dafür sind sinkende Diamantenpreise und der weltweite Aufstieg synthetischer Diamanten.
Angola hatte im Oktober 2025 ein Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an De Beers abgegeben, obwohl ursprünglich eine Minderheitsbeteiligung angestrebt worden war.
"Eine Mehrheitsbeteiligung an Luxusgütern ist sehr riskant, weil sie vom Markt abhängt", sagte Paulo Tanganha, Angolas nationaler Direktor für mineralische Ressourcen, am Rande einer afrikanischen Bergbaukonferenz in Kapstadt gegenüber Reuters.
"Um dieses Risiko zu minimieren, müssen wir einen Anteil haben, der für unsere Wirtschaft tragbar ist. Und dieser Bereich liegt zwischen 20% und 30%, damit sind wir zufrieden."
NACHBARN FÜHREN GESPRÄCHE HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN
Angolas Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an De Beers hatte das Land in ein potenzielles Bietergefecht mit Botswana gebracht. Botswana besitzt bereits 15% an De Beers und hat erklärt, an einer Mehrheitsbeteiligung zu arbeiten.
Tanganha erklärte, dass weiterhin vertrauliche Gespräche zwischen Botswana, Angola, Namibia und Südafrika geführt werden, um eine gemeinsame Position zu finden, wie jedes Land von einer Beteiligung an De Beers profitieren könnte. Eine Einigung wurde bislang jedoch nicht erzielt.
"Es gibt ein Sprichwort: Gemeinsam sind wir stärker. So machen wir das. Und wenn mein Nachbar leidet, leide ich auch. Deshalb müssen wir zusammenhalten und gemeinsam als Team kämpfen", sagte Tanganha.
Für Angola würden der staatliche Diamantenförderer Endiama und das nationale Diamantenhandelsunternehmen Sodiam den Anteil an De Beers im Auftrag der Regierung übernehmen, so Tanganha weiter.
Tanganha machte keine Angaben dazu, wie Angola die Übernahme der De Beers-Beteiligung finanzieren würde, sagte jedoch, das Land verfüge über viele Finanzierungsquellen.
Anglo teilte am Donnerstag mit, den Wert des Diamantengeschäfts von De Beers zu überprüfen, nachdem die Rohdiamantenproduktion im Jahr 2025 zurückgegangen war.
Im vergangenen Jahr entdeckte das gemeinsame angolanische Unternehmen von De Beers und Endiama ein neues Kimberlit-Cluster im Land, die erste derartige Entdeckung seit drei Jahrzehnten. Dies belegt das geologische Potenzial des weitgehend unerforschten Landes. Kimberlit ist ein seltener Gesteinstyp, in dem Diamanten häufig vorkommen. (Schriftliche Ausarbeitung: Olivia Kumwenda-Mtambo; Redaktion: Helen Popper)

















