Angehörige der Insassen von Malaysia-Airlines-Flug MH370 haben die malaysische Regierung am Sonntag dazu aufgerufen, den Vertrag mit dem Tiefsee-Explorationsunternehmen Ocean Infinity zu verlängern, um die Suche nach dem vor 12 Jahren verschollenen Flugzeug fortzusetzen.

Die Boeing 777 befand sich mit 227 Passagieren und 12 Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking, als sie am 8. März 2014 verschwand und zu einem der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte wurde.

Seitdem wurden im südlichen Indischen Ozean mehrere Suchaktionen nach der Maschine durchgeführt, die jedoch alle ergebnislos blieben.

Malaysia hatte im März vergangenen Jahres zugestimmt, Ocean Infinity die Wiederaufnahme der Suche nach dem Prinzip „kein Fund, kein Honorar“ zu gestatten. Demnach würden dem Unternehmen nur dann 70 Millionen Dollar gezahlt, wenn das Wrack erfolgreich lokalisiert wird.

Malaysias Behörde für Flugunfalluntersuchungen (AAIB) teilte jedoch am Sonntag mit, dass die Operationen nach zwei Suchphasen, die 28 Tage dauerten und rund 7.571 Quadratkilometer Meeresboden abdeckten, bisher zu keinen Ergebnissen geführt hätten.

Die Einsätze seien zeitweise durch Wetter- und Seebedingungen unterbrochen worden, wobei die zweite Phase am 23. Januar endete, so die AAIB.

„Die Regierung fühlt sich weiterhin verpflichtet, die Familien auf dem Laufenden zu halten, und wird weiterhin bei Bedarf Aktualisierungen bereitstellen“, hieß es.

Voice370, eine Interessengruppe der Angehörigen, erklärte, es sei unwahrscheinlich, dass Ocean Infinity die Suche vor Ablauf des Vertrages im Juni wieder aufnehme, da die Wintermonate auf der Südhalbkugel bevorstünden und sich die Seebedingungen verschlechterten.

Die Gruppe forderte die Regierung auf, jedem Antrag von Ocean Infinity auf Verlängerung der Vereinbarung stattzugeben und dieselben Bedingungen auch auf andere interessierte Explorationsfirmen auszuweiten.

„Ein einfacher Nachtrag zur Verlängerung der Vertragslaufzeit ohne Änderung der Kernbedingungen der Vereinbarung würde es ermöglichen, die Suche ohne Verzögerung fortzusetzen“, hieß es.

Ocean Infinity hatte bereits früher Suchen nach dem Flugzeug durchgeführt, konnte jedoch keine wesentlichen Wrackteile finden.

Malaysische Ermittler zogen in einem Bericht aus dem Jahr 2018 keine Rückschlüsse darauf, was an Bord des Fluges geschah, schlossen jedoch die Möglichkeit nicht aus, dass das Flugzeug vorsätzlich vom Kurs abgebracht wurde.