Einige Mitglieder von M31, einem Joint Venture von Investoren, das 74,9 % an Amprion hält, prüfen Optionen, darunter die Übertragung von Beteiligungen an Mitgesellschafter sowie die Veräußerung von Anteilen, so die Personen weiter. Die Überlegungen befänden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.
Amprion erklärte, man könne sich zu Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Haupteigentümer M31 nicht äußern. Man bewerte jedoch ständig Finanzierungsoptionen für Investitionen und befinde sich diesbezüglich in Gesprächen mit verschiedenen Finanzinstituten.
M31 und m3one, die das Management aller Angelegenheiten des Joint Ventures übernehmen, lehnten beide eine Stellungnahme ab.
EXPLODIERENDE FINANZIERUNGSBEDARFE
Mit einer Netzlänge von rund 11.000 km (6.835 Meilen) und einer regulierten Vermögensbasis – einem wichtigen Maßstab für die Bewertung von Netzen – von 11,7 Milliarden Euro (13,9 Milliarden US-Dollar) ist Amprion nach TenneT Deutschland der zweitgrößte Hochspannungsnetzbetreiber des Landes.
Einige Anteilseigner prüfen ihre Beteiligungen aufgrund der explodierenden Kosten für die Modernisierung, Wartung und Sicherung der europäischen Energienetze, sagten die Quellen.
Amprion plant, bis 2029 mehr als 36 Milliarden Euro zu investieren, was regelmäßige Kapitalerhöhungen durch die Eigentümer erfordert. Zuletzt teilte Amprion im Dezember mit, dass die Anteilseigner 2,2 Milliarden Euro an Eigenkapital bereitgestellt haben.
Während Netze – das Rückgrat der Stromversorgung – mehr Kapital für den Ausbau benötigen, bieten sie regulierte Renditen im mittleren einstelligen Prozentbereich und sind damit eine attraktive Investition für Infrastruktur- und Pensionsfonds.
Größter Anteilseigner von M31 ist AEBG, das von fünf Pensionsfonds unter der Führung von AEVWL unterstützt wird. AEVWL teilte Reuters mit, dass die Amprion-Anteilseigner sorgfältig abwägen müssten, ob sie zukaufen, verkaufen oder im Falle einer möglichen Kapitalerhöhung abwarten und eine Verwässerung in Kauf nehmen wollen.
"Jeder professionelle Investor muss diese Entscheidungsmatrix berücksichtigen", sagte Markus Altenhoff, Leiter Kapitalanlage bei AEVWL, in einer Stellungnahme als Antwort auf Fragen von Reuters.
Weitere Anteilseigner von M31 sind die Vermögensverwaltungseinheit MEAG Munich Ergo von Munich Re, Swiss Life, Talanx, Commerzbank-Tochter Commerz Real sowie der Versicherer Versicherungskammer.
Timo Werner von Commerz Real, der den Fondsbereich mit einem 6 % Anteil an M31 leitet, sagte, die Gruppe fühle sich mit ihrer Investition "sehr wohl" und Netze seien ein wichtiger Teil der Strategie.
Die Versicherungskammer erklärte, sie wolle langfristig in M31 investiert bleiben.
Swiss Life, Talanx und MEAG lehnten eine Stellungnahme ab. Die restlichen 25,1 % an Amprion gehören der RWE Alkaios Holding, einem Joint Venture, das im vergangenen Jahr nach dem Verkauf eines Teils der Amprion-Beteiligung des deutschen Versorgers RWE an Apollo Global Management gegründet wurde.
Die deutsche Sparte des niederländischen Netzbetreibers TenneT hat bereits eine große Eigentümerveränderung erlebt: Ein Konsortium unter Beteiligung des Staatsfonds Norges erwarb im vergangenen Jahr 46 %, und die deutsche Bundesregierung hat sich in diesem Monat eine Sperrminorität gesichert.
(1 US-Dollar = 0,8422 Euro) (Bericht von Amy-Jo Crowley und Christoph Steitz; zusätzliche Berichterstattung von Alexander Huebner. Redaktion: Anousha Sakoui und Tomasz Janowski)



















