Die Verbraucherpreise stiegen im April um 0,6 % und entsprachen damit den Erwartungen. Auf Jahressicht lag die Inflation jedoch bei 3,8 % und damit leicht über den prognostizierten 3,7 %. Noch problematischer fiel die Kerninflation aus, bei der Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden. Sie legte sowohl auf Monatssicht um 0,4 % als auch im Jahresvergleich um 2,8 % zu – ebenfalls jeweils stärker als erwartet. Die Futures an der Wall Street reagierten nach Veröffentlichung der Daten zwar kaum, blieben jedoch klar im Minus.

Dabei hat die US-Notenbank nun noch weniger Spielraum, um gelassen zu wirken. Die Märkte hatten nach wochenlangen Neubewertungen ohnehin bereits aufgehört, auf Zinssenkungen in diesem Jahr zu setzen. Vor der Eskalation des Nahostkonflikts hatten Händler noch mit zwei Zinssenkungen im Jahr 2026 gerechnet. Auf dem Höhepunkt der Krise wurde zwischenzeitlich über Zinserhöhungen spekuliert. Die heutigen Inflationsdaten dürften diese Debatte nicht verstummen lassen. Sie stärken vielmehr das Szenario einer Fed, die stillhält, vorsichtig kommuniziert und all jene enttäuscht, die weiterhin auf schnelle Entlastung bei den Zinsen hoffen. Dennoch richten die Märkte ihren Blick längst stärker auf die Politik: Die Anleger wetten darauf, dass der Trump-Vertraute Kevin Warsh das Thema Zinssenkungen vorantreiben wird – nahezu unabhängig davon, wie sich die Inflation entwickelt.

Der Krieg im Nahen Osten schlägt inzwischen direkt auf die Lebenshaltungskosten durch. Die Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hängt nach Worten von Präsident Trump „am Tropf“, nachdem Teheran den Vorschlag Washingtons zurückgewiesen hat. Die Straße von Hormus bleibt geschlossen und hält den Druck auf die Ölmärkte hoch. Brent-Öl notiert inzwischen über 100 US-Dollar je Barrel, und die Rohölpreise ziehen heute erneut kräftig an. Ein solcher Ölpreisschock bleibt nicht auf die Energiemärkte beschränkt: Er schlägt sich in Transportkosten, Lebensmittelpreisen, Unternehmensausgaben und den Erwartungen der Verbraucher nieder.

Das Weiße Haus weiß das – und ebenso, dass Amerikaner Präsidenten nicht nach der Eleganz ihrer makroökonomischen Erklärungen bewerten. Entscheidend sind die Preise für Lebensmittel, Kraftstoff, Mieten und monatliche Rechnungen. Das erklärt das plötzliche Interesse an Notfallmaßnahmen. Niedrigere Zölle auf Rindfleischimporte und die diskutierte 90-tägige Aussetzung der Benzinsteuer sind keine Zeichen politischer Stärke. Sie zeigen vielmehr eine Regierung, die sichtbare Entlastung schaffen will, bevor wirtschaftlicher Frust in politischen Schaden umschlägt. Helfen könnten diese Schritte allenfalls am Rande – sie bleiben kurzfristige Flickschusterei.

Besonders ungünstig kommt das Timing für Trump, weil er sich gerade auf eine hochkarätige Reise nach China vorbereitet, zu der ihn zahlreiche Spitzenmanager amerikanischer Konzerne begleiten sollen. Finanzminister Scott Bessent reist bereits durch Japan und Südkorea, wo Washington bei Währungen, Zinsen und der regionalen Wirtschaftsstrategie Druck macht. Bessent hat dabei die undankbare Aufgabe, als vernünftigster Akteur im Raum zu wirken.

Der wirtschaftspolitische Vorstoß der Regierung in Asien ist für die Inflation keineswegs irrelevant. Der schwache Yen, globale Lieferketten, Handelspolitik und die Beziehungen zu China beeinflussen Preise, Unternehmensmargen und das Vertrauen der Märkte. Für die meisten Amerikaner bleibt die Rechnung jedoch brutal einfach: Wenn die Löhne nicht mithalten und die Preise weiter steigen, fühlt sich niemand besser, nur weil der Finanzminister ein produktives Treffen in Tokio hatte.

Die Stabilisierung zum Wochenauftakt hat die Talfahrt des Dax nicht gestoppt. Am Dienstagnachmittag verlor der deutsche Leitindex 1,2% auf 24.055 Punkte und näherte sich damit wieder seinem bisherigen Tagestief. In der Vorwoche hatte die Hoffnung auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den Dax noch auf etwas mehr als 25.150 Punkte getrieben.

Auch der MDax gab nach und fiel um 0,6% auf 31.260 Punkte. In Europa überwogen ebenfalls die Verluste. Im Dax zählte Bayer mit einem Plus von 3,8% zu den Lichtblicken. Starke Geschäfte mit Soja- und Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm sorgten für einen überraschend guten Jahresstart. Scout24 setzte sich mit plus 5,0% an die Spitze und profitierte von Aussagen zur nächsten Wachstumsstufe mithilfe von KI.

Größter Verlierer im Dax war Munich Re mit einem Minus von 6,9%. Belastend wirkten ein Nettogewinn, der leicht unter den Erwartungen lag, sowie ein schwächer als erwartet ausgefallenes operatives Ergebnis. Siemens Energy verlor nach einem starken Lauf im bisherigen Jahresverlauf 2,8%. Der Energietechnikkonzern will nach einem guten zweiten Geschäftsquartal noch im laufenden Geschäftsjahr weitere Mittel an seine Aktionäre ausschütten.

In der zweiten und dritten Reihe ragte Jenoptik im MDax mit einem Kursplus von knapp 10% heraus, gestützt von starken Aufträgen im Halbleitergeschäft. Salzgitter gewannen nach detaillierten Zahlen 9,3%, Ionos legten dank starker Nettoneukundenzahlen und Aussagen zum KI-Geschäft um 8,1% zu. Im SDax führten Carl Zeiss Meditec mit plus 10,6%, getragen von Lob für die Profitabilität. Elmos verloren nach einer umfangreichen Aktienplatzierung zweier Großaktionäre 8,3%, Medios brachen um 12,3% ein, belastet von Preisrückgängen sowie höheren Logistik- und Energiekosten.

Die Märkte wiederum zeigten sich bislang bemerkenswert robust – getragen von den Hoffnungen rund um Künstliche Intelligenz. Der S&P 500 und der Nasdaq erreichten am Montag Rekordstände, gestützt von starken Quartalszahlen und der scheinbar unerschöpflichen Begeisterung für KI. Der Nasdaq 100 liegt seit Jahresbeginn mehr als 16 % im Plus, während Europa deutlich hinterherhinkt.

Die heutige Sitzung zeigt jedoch die Grenzen dieser Euphorie. Die Futures gaben vor Börsenstart nach, insbesondere an der Nasdaq. Intel geriet nach einer massiven zweitägigen Rally im vorbörslichen Handel unter Druck. Hims & Hers brach ein, nachdem das Unternehmen die Umsatzerwartungen verfehlt und überraschend einen Verlust ausgewiesen hatte. GameStop fiel ebenfalls, nachdem eBay das Übernahmeangebot über 56 Mrd. US-Dollar abgelehnt hatte – ein Satz, der in diesem Markt zugleich völlig absurd und vollkommen normal klingt.

Dax rutscht weiter ab – Bayer und Scout24 setzen positive Akzente

Die Stabilisierung zum Wochenauftakt hat die Talfahrt des Dax nicht gestoppt. Am Dienstagnachmittag verlor der deutsche Leitindex 1,2% auf 24.055 Punkte und näherte sich damit wieder seinem bisherigen Tagestief. In der Vorwoche hatte die Hoffnung auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den Dax noch auf etwas mehr als 25.150 Punkte getrieben.

Auch der MDax gab nach und fiel um 0,6% auf 31.260 Punkte. In Europa überwogen ebenfalls die Verluste. Im Dax zählte Bayer mit einem Plus von 3,8% zu den Lichtblicken. Starke Geschäfte mit Soja- und Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm sorgten für einen überraschend guten Jahresstart. Scout24 setzte sich mit plus 5,0% an die Spitze und profitierte von Aussagen zur nächsten Wachstumsstufe mithilfe von KI.

Größter Verlierer im Dax war Munich Re mit einem Minus von 6,9%. Belastend wirkten ein Nettogewinn, der leicht unter den Erwartungen lag, sowie ein schwächer als erwartet ausgefallenes operatives Ergebnis. Siemens Energy verlor nach einem starken Lauf im bisherigen Jahresverlauf 2,8%. Der Energietechnikkonzern will nach einem guten zweiten Geschäftsquartal noch im laufenden Geschäftsjahr weitere Mittel an seine Aktionäre ausschütten.

In der zweiten und dritten Reihe ragte Jenoptik im MDax mit einem Kursplus von knapp 10% heraus, gestützt von starken Aufträgen im Halbleitergeschäft. Salzgitter gewannen nach detaillierten Zahlen 9,3%, Ionos legten dank starker Nettoneukundenzahlen und Aussagen zum KI-Geschäft um 8,1% zu. Im SDax führten Carl Zeiss Meditec mit plus 10,6%, getragen von Lob für die Profitabilität. Elmos verloren nach einer umfangreichen Aktienplatzierung zweier Großaktionäre 8,3%, Medios brachen um 12,3% ein, belastet von Preisrückgängen sowie höheren Logistik- und Energiekosten.