Das Verpackungsunternehmen Amcor hat am Dienstag die Umsatzerwartungen der Wall Street für das zweite Quartal verfehlt, da steigende Zölle und eine schwache Verbraucherausgaben die Nachfrage belasteten.

Die Absatzmengen gingen sowohl in Nordamerika als auch in Europa zurück. Das Unternehmen teilte mit, dass die Volumina im Dezemberquartal des vergangenen Jahres etwa 1,5% niedriger lagen als bei den zusammengefassten Alteinheiten von Amcor und Berry, ausgenommen nicht zum Kerngeschäft zählende und veräußerte Bereiche.

WARUM DAS WICHTIG IST

US-Zölle und die steigende Inflation haben die Ausgaben der Verbraucher für nicht lebensnotwendige Güter in den Vereinigten Staaten anhaltend gebremst. Dies veranlasste Amcors Kunden, darunter Procter & Gamble, McDonald's und Conagra Brands, ihre Bestellungen zu reduzieren.

Die Nachfrage nach Verpackungen in Nordamerika, insbesondere im Getränkebereich, steht seit mehreren Quartalen unter Druck, wodurch das Volumenwachstum begrenzt bleibt.

REAKTION AM MARKT

Die in den USA notierten Aktien des in Zürich, Schweiz, ansässigen Unternehmens stiegen im nachbörslichen Handel um etwa 3%.

KONTEXT

Amcor hat in Teilen seines nordamerikanischen Geschäfts, insbesondere bei der Getränkepackung, mit operativen und volumenbezogenen Herausforderungen zu kämpfen. Dies führte zu Managementwechseln, Standortschließungen und einer Überprüfung des Portfolios, um die Leistung zu stabilisieren.

Die Schwäche zeigt sich auch bei Wettbewerbern, die ebenfalls mit einer geringen Nachfrage zu kämpfen haben. So hat International Paper die Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen angekündigt, um die Geschäfte zu straffen, und Packaging Corp of America meldete in der vergangenen Woche enttäuschende Ergebnisse für das vierte Quartal.

ZAHLEN IM ÜBERBLICK

Der Umsatz für das am 31. Dezember beendete Quartal belief sich auf 5,45 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt 5,58 Milliarden US-Dollar erwartet, wie aus von LSEG zusammengestellten Daten hervorgeht.

Amcor erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Gewinn von 86 US-Cent je Aktie und übertraf damit die Erwartungen von 85 Cent knapp.

Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026.