'Amazon Supply Chain Services' wird es Unternehmen aus Branchen wie Einzelhandel, Gesundheitswesen und Fertigung ermöglichen, das Logistiknetzwerk des Konzerns zu nutzen, das See-, Straßen-, Schienen- und Luftwege umfasst.
Dieser Schritt könnte Amazon als bedeutenden Akteur in der US-Logistikbranche positionieren und den Wettbewerb um Preise und Liefergeschwindigkeiten für die etablierten Anbieter verschärfen.
Das Unternehmen verfügt über eine Flotte von mehr als 100 Frachtflugzeugen - womit es nur hinter FedEx und UPS rangiert - sowie über ein riesiges Netz von Lagern und Sortierzentren. Die Aktien von FedEx und UPS fielen um jeweils mehr als 9 %, während Amazon um fast 1 % zulegte.
Zudem dürfte dies Amazon helfen, neue Wachstumschancen für seine E-Commerce-Sparte zu erschließen, indem auf einem Service aufgebaut wird, der bereits weltweit tausende unabhängige Drittanbieter auf der Plattform unterstützt.
Unternehmen können von Amazons schnellen Lieferzeiten von zwei bis fünf Tagen sowie von Funktionen zur Bestandsprognose und weiteren Distributions- und Fulfillment-Dienstleistungen profitieren.
Der Vorstoß sei ein 'direkter Wettbewerbsschlag' gegen Paketdienstleister wie UPS und FedEx, schrieben die Analysten von Evercore ISI in einer Mitteilung.
Auch Kontraktlogistikunternehmen wie DHL Supply Chain, Maersk Logistics und GXO Logistics gehören laut den Experten zu den am stärksten betroffenen Firmen.
Die Aktien von DHL gaben um 7,3 % nach, GXO verlor fast 13 %, während Maersk nahezu unverändert notierte.
Amazon erklärte, dass Unternehmen seine Lösungen über alle Vertriebskanäle hinweg nutzen können, einschließlich eigener Websites, sozialer Medien und physischer Geschäfte. Zu den bereits gewonnenen Kunden zählen der Konsumgüterriese Procter & Gamble, der Industriekonzern 3M und das Bekleidungsunternehmen American Eagle Outfitters.
Die Expansion von Amazon zielt auf den B2B-Versandmarkt ab, ein begehrtes margenstarkes Segment für Logistikunternehmen, in dem Lieferungen tendenziell gebündelter, berechenbarer und kostengünstiger abzuwickeln sind als Sendungen an Endverbraucher.
Mit diesem Schritt versuche Amazon, 'Logistik von einer Kostenlast in ein Infrastrukturprodukt umzuwandeln', sagte Parth Talsania, CEO von Equisights Research.
Dabei folgt das Unternehmen dem Beispiel seiner Cloud-Sparte: Amazon Web Services wurde 2006 ins Leben gerufen, um die eigene IT-Infrastruktur zu modernisieren, und entwickelte sich später zum weltweit größten Cloud-Anbieter.
Unterdessen haben UPS und FedEx den Fokus auf den Einzelhandelsversand reduziert und konzentrieren sich verstärkt auf profitablere Bereiche wie das Gesundheitswesen, Rechenzentren und den B2B-Versand.
'Wir wären nicht überrascht, kurzfristige Schwächen in den Bereichen Teilladungsverkehr, Luftfracht und Spedition zu sehen, während der Markt die wettbewerblichen Auswirkungen der Ankündigung bewertet', so die Analysten von Baird.



















