Amazon.com verzeichnet einen Anstieg der Produktpreise auf seiner E-Commerce-Plattform, da Händler auf Kostendruck durch die Zölle des US-Präsidenten Donald Trump reagieren, sagte der CEO des Technologiekonzerns, Andy Jassy, am Dienstag gegenüber CNBC.

Das Unternehmen hatte Anfang letzten Jahres seine Lagerbestände vorgezogen und Drittanbietern geraten, Vorräte frühzeitig aufzustocken, um zollbedingte Anstiege bei den Versandkosten zu umgehen. Doch "diese Vorräte sind im Herbst erschöpft gewesen", erklärte Jassy im Interview auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz.

"(Wir beginnen) zu sehen, dass einige der Zölle sich in einigen Preisen bemerkbar machen. Einige Händler entscheiden, diese höheren Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, andere beschließen, sie zu absorbieren, um die Nachfrage anzukurbeln, und wieder andere wählen einen Mittelweg. Daher ist dieser Effekt nun deutlicher zu spüren", so Jassy.

Dennoch hätten sich die Verbraucher weitgehend widerstandsfähig gezeigt, die Menschen würden weiterhin einkaufen und nach Schnäppchen suchen, ergänzte Jassy. Allerdings seien die Kunden bei hochpreisigen, nicht zwingend notwendigen Anschaffungen "etwas zurückhaltender".

"Insgesamt haben sich Amazons Verbraucher gut geschlagen. Aber wir werden sehen müssen, was 2026 passiert."

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr erklärt, dass die Zölle bislang kaum Auswirkungen auf das Konsumverhalten und die Produktpreise gehabt hätten. Amazon hat verstärkt auf die Erweiterung des Sortiments und eine Beschleunigung der Lieferzeiten gesetzt, um die Nachfrage zu stützen.

Unterdessen sind steigende Preise und wachsende Sorgen um die Lebenshaltungskosten in den USA zu zentralen Themen geworden, die Präsident Trump vor den diesjährigen Zwischenwahlen adressieren muss.

Auch die US-Zölle sind in dieser Woche ein zentrales Gesprächsthema für die internationalen Führungskräfte in Davos.

Die Amazon-Aktie lag im frühen Handel um 2,7% im Minus, belastet durch eine Schwäche am Gesamtmarkt.

Unabhängig davon sagte der scheidende CEO von Coca-Cola gegenüber CNBC in Davos, das Unternehmen sei "relativ immun gegen Zölle". Coca-Cola sei zwar von höheren Kosten für Aluminium und Harz betroffen, habe aber im vergangenen Jahr betont, dass die Zölle dank der weitgehend lokalisierten Produktionsprozesse "beherrschbar" seien.