Es ist ein Bericht, der für Aufsehen sorgen könnte. Ende des Jahres wurde das Dokument der DGITM (Direction générale des infrastructures, des transports et de la mer) sowie der DGE (Direction générale des entreprises) übergeben und versucht, die Verantwortlichkeiten für die Lieferverzögerungen von Zügen in Frankreich zu identifizieren.

Von unseren Kollegen der VRT (www.ville-rail-transports.com) enthüllt, weist der Bericht – laut Website ein "Vernichtungsurteil" – auf die Verantwortlichkeiten von Alstom und der SNCF hin.

"Dieser Bericht weist Alstom eine Hauptverantwortung zu, indem er gravierende Schwächen im Management der Lieferkette, in der Organisation und im globalen Management hervorhebt, obwohl das Unternehmen weiterhin neue Aufträge erhält", erklärt Louis Billon, der das Dossier für AlphaValue betreut. Auch die SNCF wird wegen ihrer Silo-Strukturen und der übermäßigen Komplexität ihrer technischen Lastenhefte kritisiert.

Konkret "hebt der Bericht die Rolle des Staates, der Verkehrsbehörden und der politischen Entscheidungsträger bei der Schaffung unrealistischer Fristen und immer komplexerer Anforderungen hervor. Dadurch hat sich die Lieferzeit für einen neuen Zug auf 8 bis 12 Jahre erhöht, während die Kosten erheblich gestiegen sind", ergänzt AlphaValue.

Dennoch zieht der Broker ein ermutigendes Fazit und meint, dass obwohl Alstom als Hauptverantwortlicher identifiziert wird, der Bericht "eine positive Nachricht" darstellt.
Laut AlphaValue dürfte Alstom weiterhin Aufträge gewinnen, da der Wettbewerb auf dem französischen Markt sehr begrenzt ist und die Anforderungen sowie jahrelanges Lobbying eine Rolle spielen.

"Noch wichtiger ist, dass dieser Bericht dazu beitragen könnte, die französischen Vorschriften und Zulassungsverfahren weiterzuentwickeln, was es Alstom ermöglichen sollte, die Züge schneller auszuliefern. Die erwarteten regulatorischen und organisatorischen Verbesserungen könnten sich in den nächsten drei Jahren konkretisieren", so das Fazit.

Auf Anfrage von Zonebourse hat Alstom bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht geantwortet. Zur Halbzeit der Sitzung fiel die Aktie in Paris um 0,5%.