Auf den ersten Blick wirkt diese Euphorie paradox – schließlich zeigen die US-Arbeitsmarktdaten zuletzt Anzeichen von Schwäche. Doch mehrere aktuelle Impulse stützen das positive Sentiment.

So fließen die enormen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz weiterhin verstärkt in die Halbleiterindustrie: Aktien von BE Semiconductor und ASML legen um mehr als 4 % zu, während Ausrüster für Rechenzentren wie VAT Group und Schneider Electric über 3 % gewinnen.

Auch die Automobilbranche zeigt deutliche Lebenszeichen – ausgelöst durch überzeugende Verkaufszahlen von General Motors, Ford und Stellantis auf dem US-Markt. Im dritten Quartal konnte Stellantis seinen Marktanteil in den Vereinigten Staaten so stark ausbauen wie seit fünf Quartalen nicht mehr, wie Jefferies-Analyst Philippe Houchois hervorhebt. Besonders die Marken Jeep, Dodge und Chrysler profitieren derzeit von einer sehr dynamischen Entwicklung. Möglicherweise der Beginn einer Trendwende für einen Konzern, dessen Aktie seit Jahresbeginn mehr als 30 % eingebüßt hat – getrieben von strategischen Unsicherheiten und schwacher Performance in Europa.

Der Luxussektor bleibt eng verknüpft mit der Konsumlaune in den großen Märkten Asiens und Nordamerikas. Wenn der amerikanische Verbraucher über ausreichend Kaufkraft verfügt, könnte das eine Wende für die großen europäischen Luxusmarken einläuten – allen voran LVMH, das wie viele Mitbewerber über mehrere Quartale hinweg unter Nachfrageschwäche gelitten hat. Rückenwind kam heute Morgen zusätzlich von der HSBC, die in einer Branchenstudie ihren Ausblick von neutral auf leicht positiv anhob – mit einem besonderen Fokus auf LVMH, dem sie für das dritte Quartal eine allmähliche Belebung der Nachfrage attestiert.