(Korrektur in Absatz 10: Die BoE hat die Zinssätze bei ihrer letzten Sitzung unverändert gelassen)

Ein Ausblick auf den Tag an den europäischen und globalen Märkten von Kevin Buckland

Als ob die Märkte nicht schon volatil genug wären: Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia könnten heute den Marktwert des wertvollsten Unternehmens der Welt - basierend auf dem Optionspricing - um bis zu 350 Milliarden Dollar in die eine oder andere Richtung bewegen.

Analysten prognostizieren einen weiteren Rekordbericht des Chipherstellers, der im Zentrum des globalen KI-Hypes steht. Eine entscheidende Frage wird jedoch sein, ob Nvidia seine Dominanz behaupten kann, während sich die Nutzung von Halbleitern wandelt - weg vom reinen Training von KI-Systemen hin zu deren operativem Einsatz (Inferenz). 

Traditionelle Rivalen wie Intel und AMD, aber auch die Google-Mutter Alphabet, positionieren sich zunehmend als Herausforderer bei sogenannten Inferenz-Chips.

Nvidia legt seine Zahlen für das erste Quartal zu einem für die Märkte fragilen Zeitpunkt vor: Aktienwerte werden von neu entfachten Inflationssorgen belastet, da der Iran-Krieg die Ölpreise nach oben treibt. Dies schürt Ängste vor weltweit höheren Zinsen und drückt die Anleiherenditen global auf Mehrjahreshochstände.

In Asien geben die Kurse nach, und auch die europäischen Aktien-Futures deuten nach den nächtlichen Verlusten an der Wall Street auf einen schwächeren Handelsstart hin.

Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass die USA den Iran möglicherweise erneut angreifen müssten. Er sei nur eine Stunde davon entfernt gewesen, einen Schlag anzuordnen, bevor er diesen nach Erhalt eines iranischen Friedensvorschlags verschob.

Die geopolitischen Räder drehen sich weltweit: Chinas Präsident Xi Jinping empfängt seinen 'alten Freund', den russischen Staatschef Wladimir Putin - weniger als eine Woche nach dem Besuch von Trump. Derweil beendet die japanische Premierministerin Sanae Takaichi am Mittwoch ihren Gipfelbesuch in Seoul. 

In Europa weilt der indische Regierungschef Narendra Modi in Rom, während Ungarns Peter Magyar zu seiner ersten offiziellen Auslandsreise als Ministerpräsident nach Polen reist, um sein Land wieder näher an den europäischen Mainstream zu führen.

Vertreter der Bank of England, darunter Gouverneur Andrew Bailey, äußern sich vor dem Finanzausschuss des Parlaments (Treasury Committee). Themen sind unter anderem die Entscheidung des Vormonats, die Zinsen unverändert zu lassen, sowie die Auswirkungen des Iran-Krieges. Zudem werden die britischen Verbraucherpreisdaten (CPI) für April erwartet.

Die US-Notenbank Federal Reserve veröffentlicht das Protokoll ihrer April-Sitzung. Damals hielt das Gremium die Zinsen stabil, wobei es zur stärksten Spaltung seit 1992 kam: Ein Mitglied forderte eine Senkung, während am anderen Ende des Spektrums drei weitere darauf drängten, taubenhafte Formulierungen aus dem Statement zu streichen.

Die Märkte erhoffen sich vom künftigen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh Orientierungshilfe bezüglich des künftigen Kurses der Geldpolitik sowie der Unabhängigkeit der Zentralbank.    

Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Mittwoch beeinflussen könnten:

-Nvidia Q1-Ergebnisse

-Fed-Protokoll (Minutes)

-Großbritannien CPI und PPI; Deutschland PPI; Eurozone endgültiger HICP (alle für April)