Die in Hongkong notierten Aktien von Trip.com, einer chinesischen Online-Reiseplattform, sind am Donnerstag im frühen Handel eingebrochen, nachdem die Aufsichtsbehörden eine Kartelluntersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet hatten.

Das Unternehmen steht im Verdacht, seine dominante Marktposition missbraucht zu haben, teilte die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung am Mittwoch in einer Erklärung mit, ohne die Vorwürfe näher zu erläutern. Die Untersuchung basiere auf ersten Prüfungen und dem chinesischen Kartellgesetz, hieß es weiter.

Die Aktien des Unternehmens fielen um bis zu 21,7% auf 446 HK$, den niedrigsten Stand seit Juni 2025, bevor sie den Verlust auf rund 18% eingrenzten.

Falls sich der Rückgang bestätigt, wäre dies der größte Tagesverlust seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2021; auch das Handelsvolumen erreichte ein Rekordhoch.

Trip.com erklärte am Mittwoch in einer Mitteilung, dass man aktiv mit den Ermittlungen kooperiere und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen „vollumfänglich umsetzen“ werde.

„Die Untersuchung dürfte das Sentiment rund um TCOM bis zu ihrem Abschluss beeinflussen, wird aber voraussichtlich die Branchenposition nicht verändern“, schrieben Analysten von Citi in einer Notiz.

Nach dem chinesischen Kartellgesetz droht Unternehmen, die ihre Marktmacht missbrauchen, eine Geldstrafe von 1% bis 10% des Vorjahresumsatzes.

Das bedeute für Trip.com laut Schätzungen von Citi eine potenzielle Strafe von bis zu 4,9 Milliarden Yuan (702,6 Millionen US$) auf Basis des erwarteten Umsatzes für 2025.

Analysten von Nomura erklärten, es bestehe die Möglichkeit, dass die Aufsichtsbehörde Trip.com dazu verpflichten könnte, seine Beteiligung an Chinas zweitgrößter Online-Reiseplattform Tongcheng zu veräußern oder zu reduzieren. Trip.com hält dort einen Anteil von mehr als 20%.

Tongcheng reagierte nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

„Diese Situation könnte eine Gelegenheit für die Wettbewerber von TCOM – Tongcheng, Meituan und Fliggy – bieten, den Wettbewerbsabstand zu verringern“, so Nomura.