Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hält sich am Donnerstagvormittag dank der Schwergewichte mehrheitlich leicht im Plus, notierte in den ersten Handelsstunden aber vorübergehend auch im Minus. Insgesamt kommt der Leitindex SMI kaum vom Fleck. Nach dem starken Start ins neue Jahr scheint vorerst eine Konsolidierung der jüngsten Gewinne angesagt, erklärt ein Händler. Diese hatte bereits am Vortag nach Erreichen des neuen Rekordstandes bei beinahe 13'400 Punkten eingesetzt. Zurückhaltung dürfte das Motto der Investoren aber auch mit Blick auf die am morgigen Freitag terminierten offiziellen Arbeitsmarktdaten aus den USA sein. Dann erhofft man sich weitere Indikationen hinsichtlich des künftigen Zinspfads der US-Notenbank.
Am Vortag hatten US-Konjunkturdaten an den Märkten gemischte Gefühle hinterlassen. Insgesamt würden diese zwar auf eine sich abschwächende US-Wirtschaft hinweisen, immerhin aber nicht auf einen Kollaps, heisst es in einer Einschätzung der Onlinebank Swissquote. In der Folge seien die Erwartungen an eine Zinssenkung durch das Fed im März vorerst leicht zurückgeschraubt worden. Für Verunsicherung hatte zudem US-Präsident Donald Trump mit Aussagen zu Immobilienkäufen und zur Rüstungsindustrie gesorgt.
Der SMI steht um 10.55 Uhr 0,03 Prozent höher bei 13'328,19 Punkten. Der SMIM mit den 30 wichtigsten Aktien nach dem SMI gibt hingegen 0,67 Prozent auf 3039,79 Punkte nach. Der breite SPI wiederum verliert 0,10 Prozent auf 18'365,48 Punkte.
Für den knapp positiven Saldo des Gesamtmarktes sorgen insbesondere die Schwergewichte Roche (+0,4%), Novartis (+0,3%) und Nestlé (+0,2%). Letztere haben allerdings, begleitet vom Rückruf von Babynahrung, allein über die ersten drei Handelstage des neuen Jahres bereits mehr als 5 Prozent eingebüsst. Die Rückrufaktion hat sich mittlerweile auf noch mehr Länder ausgeweitet.
An der Tabellenspitze liegen UBS (+1,1%). Die Hoffnungen auf weniger strenge Kapitalvorschriften als vom Bundesrat nach dem CS-Untergang zunächst in Aussicht gestellt treiben die Aktien der UBS weiter an. Am (morgigen) Freitag endet die Vernehmlassung zum wichtigen Teilthema, der 100-prozentigen Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter.
Für die Mehrheit der Aktien innerhalb des SLI geht es indes nach unten. Am stärksten büssen dabei Logitech (-5,2%) ein. Ungeachtet des zaghaften Erholungsversuchs des Vortags, finden diese nicht aus dem Tief. Seit über 3 Wochen gibt der Wert stetig nach. Am Berichtstag werden Logitech von einer Abstufung durch Exane BNP Paribas auf "Neutral" zusätzlich zurückgebunden.
Zu Gewinnmitnahmen kommt es bei den Finanzwerten Partners Group (-2,7%) und Julius Bär (-2,5%) sowie bei konjunktursensitiven Titeln wie Amrize (-1,3%), Kühne+Nagel (-1,7%) oder Sika (-1,1%). Alle fünf Aktien haben sich seit Mitte November oder gar länger klar nach oben bewegt.
Auch bei VAT (-1,0%) werden nach dem fulminanten Start ins Jahr erste Gewinne mitgenommen. Im Vergleich zum Schlussstand von 2025 resultiert gleichwohl noch immer ein Plus von über 14 Prozent.
Im breiten Markt fallen Adecco (-7,1%) mit markanten Abgaben auf, nachdem die Aktie in den vergangenen drei Wochen stetig nach oben geklettert war. Jefferies hat das Rating für Adecco im Rahmen einer Branchenstudie auf "Underperform" von "Hold" gesenkt. Der kurzfristige Ergebniseffekt aus dem Restrukturierungsprogramm sei weitgehend eingepreist, so die Begründung, und die zugrunde liegenden Geschäftstrends blieben schwach.
Bucher Industries (-3,6%) büssen nach einer Abstufung durch Berenberg auf "Hold" von "Buy" an Terrain ein.
Klar höher notieren hingegen Santhera (+8,2%). Das Pharmaunternehmen hat für sein wichtigstes Medikament Agamree eine lukrative Lizenzvereinbarung abschliessen können. Auch Basilea (+5,0%) sind gesucht, dies nach einem zuversichtlichen Geschäftsupdate.
Implenia (+4,8%) werden von einem Grossauftrag für den Brüttenertunnel beflügelt.
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