Die globale Referenzsorte Brent fiel zunächst auf knapp unter 100 Dollar pro Barrel, den niedrigsten Stand seit zwei Wochen, was die Bedeutung der Öltransporte durch die Strasse von Hormus unterstreicht. Brent schloss mit einem Minus von 7,83 % bei 101,27 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate sank um rund 7 % auf 95,08 Dollar.
An der Wall Street trieb die robuste Gewinnentwicklung der US-Unternehmen die Aktien weiter auf Rekordniveaus. Der Dow Jones Industrial Average legte um 1,24 % zu, während der S&P 500 um 1,46 % stieg und der Nasdaq Composite um 2 % nach oben schnellte - beide markierten neue Höchststände.
Der europäische STOXX 600 weitete seine Gewinne aus und notierte zuletzt 2,2 % im Plus, nachdem er bereits am Vortag um 0,7 % zugelegt hatte. Der MSCI All-Country World Index stieg um 1,64 % auf ein neues Rekordhoch.
'Eine ziemlich kräftige Bewegung infolge dieser Meldungen, fast so, als hätte der Markt in den 'Buy-Everything'-Modus gewechselt', sagte Michael Brown, Senior Research Strategist bei Pepperstone.
'Es ist schwer zu sagen, wie nah wir einem Abkommen wirklich sind', so Brown. 'Die Marktteilnehmer werden jedoch nicht auf die Bestätigung guter Nachrichten warten, sondern nehmen ein positives Ergebnis im Wesentlichen bereits vorweg.'
Der US-Dollar, der während des Iran-Konflikts als sicherer Hafen galt, gab gegenüber den wichtigsten Währungen um 0,3 % nach, was die Hoffnung der Anleger auf eine mögliche Einigung widerspiegelt.
Der Yen stieg in einer rasanten Bewegung um bis zu 1,8 % gegenüber dem Dollar, was Spekulationen über eine weitere Interventionsrunde auslöste.
Unterdessen sanken die Renditen von Staatsanleihen parallel zu den Ölpreisen, da die Händler ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Zentralbanken reduzierten. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fiel um 6,4 Basispunkte auf 4,352 %.
Obwohl die Aktien kräftig zugelegt haben, könnte die Volatilität an den Energie- und Anleihemärkten das globale Wachstum belasten. Die Ölpreise liegen rund 35 % höher als zu Beginn des Konflikts Ende Februar, während die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen um etwa 40 Basispunkte gestiegen sind.
KI-RALLYE BEFLÜGELT GLOBALE AKTIENMÄRKTE
In den USA sprangen die Aktien des Chipherstellers Advanced Micro Devices um rund 18,6 %, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz über den Erwartungen der Wall Street prognostiziert hatte, was die KI-Begeisterung an den Märkten weiter anheizte.
Der Konkurrent Intel stieg ebenfalls auf ein Rekordhoch, während der Chipdesigner Arm Holdings und der Chiphersteller Qualcomm ähnlich starke Zuwächse verzeichneten.
Der breiteste Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans sprang um 3,2 % nach oben. Samsung Electronics legte um 14 % zu, erreichte einen Marktwert von über 1 Billion Dollar und überholte damit Berkshire Hathaway.



















