Brüssel/Berlin, 08. Jun (Reuters) - Die Lufthansa und andere große europäische Fluggesellschaften wollen eine Ausweitung des CO2-Emissionshandels in der Europäischen Union auf internationale Flüge verhindern. In einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag, warnen sie vor steigenden Ticketpreisen und Frachtkosten. Zu den Unterzeichnern gehören Lufthansa-Chef Carsten Spohr und seine Kollegen von Air France-KLM, des British-Airways-Mutterkonzerns IAG, von Ryanair, EasyJet, außerdem TUI-Chef Sebastian Ebel. Insgesamt unterstützen 15 Branchenvertreter den Appell, der am Rande des Jahrestreffens des Weltluftfahrtverbandes IATA in Brasilien bekannt wurde.
Bislang ist der Emissionshandel (ETS), bei dem die Airlines CO2-Zertifikate für den Ausstoß an Treibhausgas erwerben müssen, auf Flüge innerhalb Europas beschränkt. Die EU-Kommission erwägt im Rahmen einer für Juli geplanten Überprüfung, das System auf Langstreckenflüge auszuweiten, die aus der EU abheben. Damit würde eine Benachteiligung europäischer Airlines gegenüber internationalen Konkurrenten abgestellt, erklärte die EU-Behörde.
Die Ungleichbehandlung ist auch ein Kritikpunkt der europäischen Fluggesellschaften. Doch sie halten das globale Klimaschutz-System Corsia der UN-Organisation ICAO für das bessere Instrument, um CO2 zu reduzieren. "Jede Ausweitung des EU-Emissionshandels wird die Legitimität von Corsia untergraben", hieß es in dem Schreiben. Die ETS-Kosten müssten auf das Niveau von Corsia sinken. Die EU-Kommission steht dem globalen Mechanismus skeptisch gegenüber. Nach einer Studie von 2021 ist es weniger wirksam als der EU-Emissionshandel.
(Bericht von Kate Abnett und Joanna Plucinska; geschrieben von Ilona Wissenbach. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
Die Deutsche Lufthansa AG ist ein in Deutschland ansässiges Luftfahrtunternehmen, das weltweit Passagier- und Frachtflugdienste anbietet. Zu den Geschäftsbereichen des Unternehmens zählen Passagierfluggesellschaften, Logistik, MRO und Catering. Der Geschäftsbereich Passagierfluggesellschaften umfasst Lufthansa Airlines, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings. Zum Segment Logistik gehören die auf das Management von Luftfrachtcontainern spezialisierte Jettainer-Gruppe, die auf Eilsendungen spezialisierte time:matters-Gruppe, die Tochtergesellschaft Heyworld, die auf maßgeschneiderte Lösungen für den E-Commerce-Sektor spezialisiert ist, der Zoll- und Zollabfertigungsspezialist CB Customs Broker sowie die 50-prozentige Beteiligung der Lufthansa-Gruppe an der Frachtfluggesellschaft AeroLogic. Das Segment MRO, vertreten durch die Lufthansa Technik-Gruppe, ist ein globaler Anbieter von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen für zivile und kommerzielle Flugzeuge. Das Segment Catering umfasst das traditionelle Catering und den Bordverkauf sowie Aktivitäten im Lebensmittelhandel.
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ESG MSCI
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Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.