Im vierten Quartal 2025 belief sich das operative Ergebnis auf 1,19 USD je Aktie, nach 1,24 USD im Vorjahreszeitraum, lag jedoch über dem FactSet-Konsens von 1,15 USD. Nach GAAP-Standards betrug der Gewinn 1,09 USD je Aktie, verglichen mit 1,25 USD ein Jahr zuvor. Der Umsatz erreichte 5,31 Mrd. USD, deutlich mehr als die 4,70 Mrd. USD im Vorjahr und klar über den von Analysten erwarteten 4,89 Mrd. USD.

Für das Gesamtjahr 2025 weist AEP einen GAAP-Gewinn von 6,70 USD je Aktie aus (nach 5,60 USD im Jahr 2024) sowie ein operatives Ergebnis von 5,97 USD je Aktie (nach 5,62 USD). Die Jahresentwicklung spiegelt eine robuste Ergebnissteigerung wider, getragen von höheren Absatzmengen und Investitionen in regulierte Infrastrukturen.
Der Konzern bestätigt seine Prognose für 2026 und erwartet ein operatives Ergebnis zwischen 6,15 USD und 6,45 USD je Aktie, im Einklang mit dem Konsens von 6,32 USD. Zudem bekräftigt AEP sein langfristiges Ziel eines jährlichen Wachstums des operativen Ergebnisses von 7 % bis 9 %.
Der zentrale strategische Treiber bleibt die strukturelle Zunahme der Stromnachfrage, insbesondere durch Rechenzentren und den Aufschwung der Künstlichen Intelligenz. AEP gibt an, seit Oktober zusätzliche Lastverträge über 28 GW abgeschlossen zu haben, womit sich die gesicherte zusätzliche Nachfrage bis 2030 auf 56 GW summiert – vollständig unterlegt durch unterzeichnete Vereinbarungen. Allein in Texas stieg die Last von 13 GW auf 36 GW, vor allem im Zusammenhang mit Hyperscalern wie Alphabet, Amazon und Meta. Rund 80 % des Wachstums von AEP entfallen auf diese großen Technologiekunden.

Zur Begleitung dieser Expansion plant AEP eine Ausweitung seines Fünfjahres-Investitionsprogramms von 72 Mrd. USD und identifiziert zusätzliche Projekte im Umfang von 5 bis 8 Mrd. USD in den Bereichen Übertragung und Erzeugung. Der Konzern weist darauf hin, dass die Investitionen zur Versorgung der kürzlich in die Prognosen aufgenommenen zusätzlichen 28 GW noch nicht im aktuellen Plan enthalten sind, was auf weiteres Potenzial für steigende Infrastrukturaufwendungen hindeutet. AEP hat zudem mehr als 10 GW an Gasturbinenkapazitäten sowie 2,2 GW neue Erzeugungskapazitäten im Jahr 2025 gesichert und bedeutende Verpflichtungen in 765-kV-Übertragungsprojekten sowie bei Brennstoffzellen von Bloom Energy eingegangen.
Gleichzeitig wirft der starke Investitionsanstieg Fragen hinsichtlich der Tarifbelastung auf. Das Management betont die Einführung spezifischer Tarifstrukturen, um sicherzustellen, dass große Industriekunden die für ihren Netzanschluss erforderlichen Infrastrukturkosten tragen. Neue Mechanismen wurden in mehreren Bundesstaaten (Indiana, Ohio, Kentucky, West Virginia) bereits genehmigt und befinden sich andernorts in Prüfung. Zudem verweist der Konzern auf die Nutzung von Bundesdarlehen, staatlichen Zuschüssen und Förderprogrammen, um die Belastung für Privatkunden zu begrenzen.
An der Börse fiel die Reaktion positiv aus: Die Aktie legte gestern um 3,42 % zu – ein Spiegelbild der übertroffenen Quartalserwartungen und der erhöhten Visibilität hinsichtlich des Wachstumspfads. Insgesamt positioniert sich AEP als einer der Hauptprofiteure des amerikanischen Strom-Investitionszyklus und verbindet regulatorische Planbarkeit mit steigenden Absatzvolumina und einer deutlichen Ausweitung der regulierten Vermögensbasis.




















