Der Umsatz steigt im laufenden Geschäftsjahr um 10,5 % – von 21,5 auf 23,8 Milliarden USD. Der operative Gewinn legt sogar um 12,5 % zu, ein Paradebeispiel für den Skaleneffekt des abonnementbasierten Geschäftsmodells.
Bereinigt wurde dieser operative Zuwachs um eine Sonderbelastung in Höhe von 1 Milliarde USD, die Adobe nach dem geplatzten Figma-Deal als Vertragsstrafe zahlte. Diese Übernahme – ursprünglich geplant zum 50-fachen des Umsatzes des Start-ups – hatte bei vielen Investoren Unverständnis ausgelöst und roch für manche nach strategischer Verzweiflung.
Cash-Maschine ohne Fremdkapital
Tatsächlich bleibt Adobe jedoch eine beeindruckende Cashflow-Maschine mit außergewöhnlicher Profitabilität – ganz ohne Fremdfinanzierung. Im laufenden Jahr dürfte der Konzern fast 11 Milliarden USD an die Aktionäre zurückführen, größtenteils über massive Aktienrückkäufe. In den letzten zwölf Monaten wurden 31 Millionen Aktien eingezogen.
Wie MarketScreener betont, hat sich Adobes Gewinnkraft in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht, während die Zahl ausstehender Aktien um 15 % gesunken ist.
Bewertung auf Tiefstniveau
Trotz dieser eindrucksvollen Kennzahlen wird Adobe derzeit zu nur dem 15-Fachen seines freien Cashflows bewertet – ein historisch niedriges Niveau, das zuletzt während der Subprime-Krise und der anschließenden Technologieskepsis der frühen 2010er-Jahre zu beobachten war.
Für Anleger, die überzeugt sind, dass Adobe durch KI eher profitieren als verlieren wird, könnte sich hier eine attraktive Gelegenheit bieten. Schließlich bleibt der Konzern der unangefochtene Weltmarktführer für Kreativsoftware – und hat gezeigt, dass er auch in einem veränderten Umfeld Wachstum, Innovation und Kapitalrendite vereinen kann.



















