Herzogenaurach, 04. Mrz (Reuters) - Adidas-Vorstandschef Björn Gulden steckt dem weltweit zweitgrößten Sportartikelkonzern höhere Ziele. Der 60-jährige Norweger traut Adidas für das übernächste Jahr nun eine operative Umsatzrendite von mehr als zehn Prozent zu - eine Marke, die er lange nicht für machbar gehalten hatte. "Wir haben die Größe, die Innovationskraft, die Produktpipeline, die Marketingkonzepte und die talentierten Mitarbeiter, um das zu erreichen", sagte Gulden am Mittwoch in Herzogenaurach. 2025 schnellte die Marge bereits auf 8,3 (2024: 5,6) Prozent. Der Umsatz soll in diesem und in den nächsten beiden Jahren währungsbereinigt um bis zu neun Prozent zulegen - etwas langsamer als zuletzt.

Mit einem erwarteten Umsatzwachstum von zwei Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von rund 2,3 (2025: 2,06) Milliarden Euro könne sich Adidas in diesem Jahr wieder "als gesundes und erfolgreiches Unternehmen definieren", erklärte Gulden die Sanierung für praktisch abgeschlossen. Belastungen durch Zölle und Wechselkurse von zusammen 400 Millionen Euro will Adidas dabei wegstecken.

HÖHERE DIVIDENDE

Gulden war Anfang 2023 vom kleineren Rivalen Puma zurückgeholt worden, nachdem die Strategie seines Vorgängers Kasper Rorsted gescheitert war, Adidas stärker auf den direkten Vertrieb über das Internet und eigene Läden auszurichten. "Unter seiner Leitung hat Adidas in einem herausfordernden Umfeld großartige operative und finanzielle Fortschritte erzielt und ein starkes Fundament für zukünftiges nachhaltiges Umsatz- und Gewinnwachstum gelegt", lobte der scheidende Aufsichtsratschef Thomas Rabe Gulden. Der Lohn ist ein neuer, bis Ende 2030 laufender Vertrag als Vorstandschef. Die Börse bleibt aber misstrauisch: Bei Lang & Schwarz fiel die Adidas-Aktie am Mittwoch vorbörslich um zwei Prozent und näherte sich damit wieder ihrem Jahrestief.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent gestiegen, ohne die 2024 aufgegebene Marke "Yeezy" waren es sogar 13 Prozent. Unter dem Strich blieb aber nur ein Plus von 4,8 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro. Dabei rechnet Adidas in den meisten Märkten weiter mit zweistelligen Wachstumsraten, nur in Europa dürfte der Umsatz trotz des Rückenwinds durch die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer nur um etwa fünf Prozent zulegen.

Die Dividende für 2025 soll um 80 Cent auf 2,80 Euro je Aktie steigen, nachdem der Nettogewinn um zwei Drittel auf fast 1,4 Milliarden Euro wuchs. Das ist die höchste Ausschüttung seit 2021. Einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro hatte Adidas schon Ende Januar angekündigt. Für die beiden Folgejahre gab der Aufsichtsrat dem Vorstand bereits jetzt einen Freibrief, weitere Rückkaufprogramme in dieser Größenordnung aufzulegen.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)