Nike hatte am Dienstagabend zwar einen Quartalsgewinn über den Erwartungen gemeldet, doch die Anleger zeigten sich von den vorsichtigen Prognosen des weltweit größten Sportartikelherstellers enttäuscht – gerade in einer Phase, in der das Unternehmen eigentlich auf Erholungskurs sein sollte.
Für das vierte Quartal, das Anfang März begonnen hat, erwartet der US-Konzern einen Umsatzrückgang zwischen 2% und 4%. Auch für das gesamte Geschäftsjahr 2025/2026 wird ein Rückgang in Aussicht gestellt. Bereits im dritten Quartal, das am 28. Februar endete, waren die Erlöse währungsbereinigt um 3% gesunken.
Analysten betonen, dass diese Entwicklung in starkem Gegensatz zur positiven Tonalität steht, die adidas am Vorabend in seiner Quartalskonferenz vermittelte. Besonders die Retro-Linie „Terrace“ zeigt weiterhin hohe Dynamik, und auch die Nachfrage nach Bekleidung und Laufsportartikeln bleibt solide.
Adidas zeigt sich widerstandsfähig
Für das erste Quartal, dessen Zahlen Ende des Monats erwartet werden, rechnet der Konsens mit einem Umsatzwachstum von rund 8% bei konstanten Wechselkursen.
Im Unterschied zu Nike, dessen Margen unter Druck geraten, dürfte adidas seine Bruttomarge trotz Gegenwind durch Zölle und Währungseffekte stabil bei etwa 51,9% halten.
Nach Einschätzung von AlphaValue eröffnen die Schwierigkeiten des US-Konkurrenten zusätzliche Chancen für den deutschen Anbieter.
„Während Nike sein Lifestyle-Segment neu ausrichtet, konnte adidas dank des Erfolgs seiner Terrace-Produktlinie – insbesondere der Modelle Samba, Gazelle und Spezial – spürbar Marktanteile gewinnen“, erklärt Jie Zhang, Analystin bei dem unabhängigen Research-Haus.
„Zudem scheint Nike im Running-Segment bei Produktinnovationen an Tempo zu verlieren“, ergänzt sie.
„Insgesamt ist es noch zu früh, von einer echten Trendwende bei Nike zu sprechen, während das aktuelle Umfeld weiterhin adidas begünstigt“, so das Fazit.
Einziger Wermutstropfen für die Marke mit den drei Streifen: Die italienische Nationalmannschaft, die inzwischen von adidas ausgerüstet wird, hat sich nach der Niederlage im Playoff gegen Bosnien-Herzegowina nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Damit fällt ein wichtiger Impulsgeber für den Absatz von Trikots im Sommer weg.



















