Der Umsatz steigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 % – währungsbereinigt sogar doppelt so stark –, getragen vor allem von einer sehr dynamischen Geschäftsentwicklung in China und Lateinamerika.

Bemerkenswert ist, dass insbesondere das Mode- und Textilsegment glänzt, mit einem Umsatzplus von 24 %, während das Schuhsegment, das weiterhin mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht, einen Rückgang der Erlöse um 2 % verzeichnet.

Die eigentliche Leistung liegt jedoch in der Vertriebsstrategie: Die Direktvertriebskanäle von Adidas – also eigene Stores und E-Commerce-Plattformen – steigern ihre Umsätze um 14 %. Daraus entsteht der Eindruck, dass Adidas gelingt, woran Nike bislang nur mühsam gescheitert ist: sich schrittweise von Zwischenhändlern zu lösen und damit die Kontrolle über die Margen zurückzugewinnen.

Trotz deutlich größerer Mittel ließ die US-Sportartikelmarke zuletzt durchblicken, dass sie ihre Ambitionen im Direktvertrieb teilweise zurückfährt. Siehe dazu auch: Nike - ein Koloss auf tönernen Füssen.

Zusammen mit der jüngsten Ernennung des ägyptischen Milliardärs Nassef Sawiris zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats stärken diese Entwicklungen die Position von Bjørn Gulden – jenem Manager, der zuvor bereits Puma erfolgreich saniert hatte und vor drei Jahren zu Adidas kam, als sich das Unternehmen in einer schwierigen Lage befand.

Unter seiner Führung hat Adidas nach sechs Jahren der Stagnation wieder zu Wachstum gefunden und schrittweise eine zufriedenstellende Profitabilität zurückgewonnen, auch wenn diese weiterhin durch hohe Zölle belastet wird, die 2025 noch mit 120 Mio. Euro auf das operative Ergebnis drückten.

Bewertet auf einem Niveau, das zumindest im historischen Vergleich als attraktiv erscheint, wurde die Adidas-Aktie heute Morgen nach Vorlage der Quartalszahlen deutlich nach oben getrieben. Siehe auch: Adidas: Der Tag, an dem die drei Streifen die Führung zurückeroberten; ebenfalls heute in unseren Spalten veröffentlicht.