Zu vorsichtige Ziele aus Sicht der Analysten

Im Rahmen der Vorlage der endgültigen Jahreszahlen 2025 stellte der Konzern für das Geschäftsjahr 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 5% und 9% in Aussicht. Damit bewegt sich die Prognose in etwa im Rahmen des Konsenses, der bislang von einem Plus von 7% ausgegangen war.

Deutlich kritischer wird jedoch der Ausblick auf das operative Ergebnis gesehen. Dieses soll 2026 bei rund 2,3 Milliarden Euro liegen – nach 2,06 Milliarden Euro im Jahr 2025 –, bleibt damit jedoch klar unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,7 Milliarden Euro.

Mittelfristig will Adidas weiter Marktanteile gewinnen und rechnet bis 2028 mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum (währungsbereinigt) von 5% bis 9%. Das operative Ergebnis soll im selben Zeitraum um rund 15% pro Jahr steigen.

Auch diese Perspektiven werden am Markt als enttäuschend bewertet, da Investoren bislang mit einem mittelfristigen EBIT-Wachstum von rund 19% jährlich gerechnet hatten.

„Die zentrale Frage ist, wie konservativ diese Prognosen tatsächlich sind – angesichts der bekannten Praxis von Adidas, zu Jahresbeginn eher vorsichtig zu planen“, kommentieren die Analysten von RBC.

Starkes Schlussquartal 2025 gerät in den Hintergrund

Bei Jefferies bedauert man, dass die verhaltenen Ziele die solide operative Entwicklung zum Jahresende 2025 in den Schatten stellen. Im vierten Quartal legte der Markenumsatz währungsbereinigt um 11% zu. Der Nettoumsatz erreichte 6,1 Milliarden Euro, während die operative Marge um 0,1 Prozentpunkte auf 50,8% stieg.

Infolgedessen hat sich das Betriebsergebnis in den letzten drei Monaten des Jahres auf 164 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Optimistischere Investoren verweisen hingegen auf die Ankündigung einer um 40% erhöhten Dividende auf 2,80 Euro je Aktie sowie auf ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Positiv aufgenommen wurde zudem die Verlängerung des Mandats von CEO Bjørn Gulden um weitere drei Jahre bis 2030. Gulden genießt am Markt hohes Ansehen. Ebenso wohlwollend bewerteten Analysten die Ernennung des ägyptischen Unternehmers Nassef Sawiris zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, den RBC als „Schwergewicht der internationalen Geschäftswelt“ bezeichnet.

Sportswear-Sektor bleibt unter Druck

Allerdings reichen diese Maßnahmen nicht aus, um die anhaltende Skepsis gegenüber dem Segment für Schuhe, Sportartikel und Sportswear zu zerstreuen. Das angespannte Branchenumfeld spiegelt sich auch in den jüngsten Prognosen des Wettbewerbers Puma wider, der trotz der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft – üblicherweise ein Impulsgeber für die Nachfrage – für dieses Jahr mit rückläufigen Umsätzen rechnet.

Nike wird seine Quartalszahlen am Donnerstag, den 31. März, vorlegen.