Abbott hat am Donnerstag davor gewarnt, dass das Unternehmen in diesem Jahr mit finanziellen Gegenwinden von mehr als 1 Milliarde US-Dollar rechnen muss. Grund dafür sind ein starker Nachfragerückgang bei COVID-19-Tests, neue US-Zölle sowie das Einfrieren staatlicher Auslandshilfen.
Die Aktien des Medizintechnikkonzerns gaben daraufhin um fast 9 % nach, nachdem Abbott zudem einen Quartalsgewinn für das dritte Quartal in Aussicht stellte, der unter den Erwartungen liegt.
Die Diagnostiksparte von Abbott wird dabei am stärksten betroffen sein: Für 2025 wird ein Umsatzrückgang von etwa 700 Millionen US-Dollar erwartet, der auf die sinkenden Verkäufe von COVID-Tests sowie Preisdruck durch das chinesische Beschaffungsprogramm zurückzuführen ist. Letzteres kauft medizinische Geräte in großen Mengen zu erheblichen Rabatten ein.
Zusätzlich werden zollbedingte Kosten auf knapp unter 200 Millionen US-Dollar geschätzt, wobei der Großteil der Belastung in der zweiten Jahreshälfte erwartet wird.
CEO Robert Ford erklärte jedoch, dass die Zölle mittlerweile "weniger Gegenwind darstellen, als wir ursprünglich im Januar angenommen hatten". Der größere Wettbewerber Johnson & Johnson hatte am Mittwoch seine Erwartungen für Zollkosten in diesem Jahr auf rund 200 Millionen US-Dollar halbiert.
„Zusammen mit der eingefrorenen US-Förderung für HIV-Tests ergibt das einen Gegenwind von über einer Milliarde Dollar“, sagte Abbott-Chef Ford in einer Analystenkonferenz.
Die Entscheidung der Trump-Regierung, Auslandshilfen zu stoppen, hat die Lieferkette für medizinische Produkte und Diagnosetests empfindlich gestört. Diese sind entscheidend für den Kampf gegen Krankheiten wie HIV und Malaria in einigen der ärmsten Länder der Welt.
Abbott rechnet für das laufende Quartal mit einem Gewinn je Aktie zwischen 1,28 und 1,32 US-Dollar, was unter den von LSEG erhobenen Erwartungen von 1,34 US-Dollar liegt. Das Unternehmen prognostiziert ein jährliches Umsatzwachstum von 7,5 % bis 8,0 %, nachdem zuvor 7,5 % bis 8,5 % erwartet worden waren.
Im zweiten Quartal erzielte Abbott bereinigt einen Gewinn von 1,26 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die Schätzungen von 1,25 US-Dollar. Grund dafür waren starke Verkäufe von Geräten zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung (CGM).
Abbott plant zudem, bis 2028 ein neues Fertigungswerk in Georgia zu errichten, um das Geschäft mit Herz-Kreislauf-Produkten zu unterstützen. Damit erweitert das Unternehmen die im April angekündigten Projekte in Illinois und Texas, die bis Ende des Jahres in Betrieb gehen sollen.



















