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Pokerspieler Dommermuth mischt Karten in Telekombranche neu

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28.01.2019 | 09:31
United Internet CEO Dommermuth attends a news conference to present a joint initiative for encrypted email with Deutsche Telekom in Berlin

- von Nadine Schimroszik und Douglas Busvine

Die drei verbliebenen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) haben sich den Kuchen aufgeteilt, und zumindest die beiden ersteren können davon recht erträglich leben. Doch diese bequeme Situation dürfte nun bald zu Ende gehen. Die von Internet-Milliardär Ralph Dommermuth geführte United-Internet-Tochter Drillisch will ihren Hut in den Ring bei der im Frühjahr anstehenden Auktion für den neuen Mobilfunkstandard 5G werfen. Damit könnte ein vierter Rivale den Markt gehörig aufmischen.

Nun droht Experten zufolge ein Preiskampf, wie ihn in Frankreich der Einstieg des Billiganbieters Iliad ausgelöst hat. "United Internet muss über einen Verdrängungswettbewerb auf einem gesättigten und entwickelten Markt Kunden gewinnen, was die Platzhirsche nicht kampflos hinnehmen werden", sagt Branchen-Experte Torsten Gerpott, Wirtschaftsprofessor an der Universität Duisburg-Essen. Die Kunden könnten sich also über sinkende Preise freuen, für die Teilnehmer dürften die Margen allerdings deutlich schrumpfen.

Anleger nahmen nach der Ankündigung von Drillisch, in die Auktion zu ziehen, Reißaus. Telekom-Analyst Neil Campling vom Investmenthaus Mirabaud begründete die Talfahrt mit dem Beispiel Iliad: "Wir haben dort eine massive Preisvernichtung erlebt, die weder gut für Aktionäre noch für Netzbetreiber war." Auch die DZ Bank äußerte sich skeptisch zu den Plänen von Drillisch, die für den Mutterkonzern ins Rennen ziehen soll: "Wie ein konkreter Geschäftsplan für 5G aussehen soll, ist dem Markt nur ansatzweise bekannt." Optimistischer ist Deutsche-Bank-Analyst Dhananjay Mirchandani: Dommermuth habe bereits neun Millionen Nutzer und starte nicht bei Null.

Der Wandel vom Mieter bestehender Netze zum Betreiber von Funkmasten dürfte Drillisch (1&1, yourfone, simply) und United Internet (Versatel, Gmx.de, Web.de) teuer zu stehen kommen - zum einen muss Drillisch für die Frequenzen zahlen, zum anderen für den Aufbau des Netzes beziehungsweise für das Leasen. In einem ersten Schritt vereinbarte Drillisch mit einem europäischen Bankenkonsortium Kreditlinien in Höhe von 2,8 Milliarden Euro. Sollte das Unternehmen bei der Versteigerung erfolgreich sein, soll auch die Dividende reduziert werden. "Die Kreditlinie, Dividendenanpassung und der Cash-Flow sind erstmal ein guter Schluck aus der Pulle für den Start. Aber das reicht nicht für den gesamten Zeitraum. Da wird United Internet noch nachlegen müssen", sagte Gerpott.

DOMMERMUTH HÄLT SICH MIT 5G-BEWERBUNG OPTIONEN OFFEN

Am Markt bezweifeln viele, dass Dommermuth letztlich bei der 5G-Auktion ernsthaft mit von der Partie ist. "Allein die Tatsache, dass man sich eine Option erhält, ist noch kein Indiz dafür, was man in der Zukunft plant. Es zeigt einfach, dass man weiß, wie man harte Verhandlungen führt", sagte 5G-Experte Hans Schotten von der Technischen Universität Kaiserlautern. Ähnlich sieht das Gerpott: "Es heißt nicht, dass sie definitiv mitbieten. Da hängt viel auch davon ab, wie sich die Situation beim National Roaming entwickelt." Der Bundesnetzagentur zufolge sollen die Unternehmen unter sich klären, wie und für welchen Preis Mobilfunkkunden das Netz eines Konkurrenten nutzen können, wenn das Angebot ihres eigenen Betreibers zu schlecht ist.

Wichtig für den weiteren Verlauf dürfte auch sein, wie sich die Verhandlungen mit Telefonica und Vodafone gestalten, bei denen Dommermuth bisher sein Netz mietet. Drillisch kann - als Überbleibsel der E-Plus-Übernahme - bis zu 30 Prozent der Netzkapazitäten des Münchener O2-Betreibers nutzen. Insidern zufolge könnte der exklusive Zugang zum Telefonica-Netz auch in einen Roaming-Vertrag umgewandelt werden, was gerade im 5G-Zeitalter für Drillisch interessant sein dürfte.

Feststeht, dass Dommermuth bei der 5G-Auktion folgenschwere Entscheidungen für seine beide Unternehmen treffen muss, die ein großes Risiko für das Geschäft darstellen. Gerpott fasst es so zusammen: "Es wird kein Zuckerschlecken."

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