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OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Den Worst Case eingepreist, Kommentar ...

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06.12.2018 | 20:32

    Börsen-Zeitung: Den Worst Case eingepreist, Kommentar zum Aktienmarkt
von Christopher Kalbhenn
   Frankfurt (ots) - Die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen 
Netzwerkausrüsters Huawei, Wanzhou Meng, hat an den Aktienmärkten das
Fass zum Überlaufen gebracht. Per se ist dies Festnahme sicherlich 
keine Nachricht, die den Dax auf das niedrigste Niveau seit zwei 
Jahren drücken muss. Doch der Zeitpunkt war aus Sicht der 
Aktienmärkte so unglücklich, dass eine negative Reaktion nicht 
ausbleiben konnte.

   Hatte das US-chinesische Zölle-Moratorium zum Wochenauftakt noch 
Hoffnungen geschürt, dass es im Handelsdisput der beiden größten 
Volkswirtschaften der Welt in absehbarer Zeit auch zu einer 
dauerhaften Lösung kommen würde, könnten diese Hoffnungen nun 
möglicherweise dahin sein. Hinzu kommt, dass die Inversion im kurzen 
Laufzeitenbereich der US-Zinskurve die latenten 
Rezessionsbefürchtungen befeuert hat. Eben diese hatten wiederum 
maßgeblich zu den starken Kurseinbußen am Dienstag an der am Mittwoch
geschlossenen Wall Street geführt, so dass die Aktienmärkte in einer 
bereits angeschlagenen Verfassung von der Nachricht zu Huawei 
getroffen wurden.

   Mit den neuerlichen Kurseinbußen tun die Aktienmärkte aber nun zu 
viel des Schlechten. Sie unterstellen damit, dass der Handelsdisput 
sich zu einem verheerenden Handelskrieg ausweiten wird und nicht 
zuletzt deswegen die sich aufgrund der Zinskurve andeutende Rezession
quasi vor der Tür steht. Kurzum: Sie preisen den Worst Case ein. 
Dabei ist es alles andere als gewiss, dass er auch eintreten wird.

   Die Inversion der US-Zinskurve ist zum einen noch gar nicht 
eingetreten. Auch wenn sich dies bald ändern könnte, ist die 
Verzinsung der zehnjährigen Treasuries immer noch höher als die der 
zweijährigen. Zum anderen ist die Zinskurveninversion in der 
Vergangenheit zwar ein zuverlässiger Rezessionsindikator gewesen. Im 
Durchschnitt hat es aber mehr als ein Jahr gedauert, bevor eine 
Rezession folgte. Zudem ist nicht klar, ob eine schwere Rezession 
kommen wird oder eine weniger gravierende, die sich auf eine 
Kontraktion in zwei aufeinander folgenden Quartalen beschränkt.

   Nicht zuletzt ist Donald Trump so unklug gewesen, sich selbst zur 
Hauptursache der zurückliegenden Rekordjagd des amerikanischen 
Aktienmarkts zu erklären. Dadurch gerät er nun durch die fallenden 
Kurse umso mehr unter Druck. Am Markt wird derzeit nicht eingepreist,
dass der US-Präsident nun ein gesteigertes Interesse haben dürfte, 
die Wogen in den Beziehungen zu China zu glätten, um einen 
anhaltenden Kursverfall zu verhindern.

OTS:              Börsen-Zeitung
newsroom:         http://www.presseportal.de/nr/30377
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Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de






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