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Neue Italien-Sorgen bereiten Europa-Anlegern Kopfschmerzen

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15.05.2019 | 14:23
The German share price index DAX graph at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor einer erneuten Konfrontation zwischen Italien und der EU-Kommission ziehen sich Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück.

Dax und EuroStoxx50 verloren am Mittwoch jeweils ein halbes Prozent auf 11.930 und 3347 Punkte. Nervös machten Börsianer Äußerungen von Italiens Vize-Ministerpräsidenten Matteo Salvini. Ihm zufolge ist die Regierung in Rom bereit, die Defizit-Regeln der EU zu ignorieren und die Verschuldung auf bis zu 140 von derzeit etwa 130 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung in die Höhe zu treiben, um die Konjunktur anzukurbeln.

Offenbar wachse bei Salvini und seiner rechtspopulistischen Lega angesichts eines möglichen Erfolgs bei der anstehenden Europawahl die Zuversicht, Brüssel die Stirn bieten zu können, schrieben die Analysten der Rabobank. Zwar sei die vorangegangene Machtprobe mit der EU um den italienischen Haushalt glimpflich ausgegangen, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Doch niemand kann vollkommen ausschließen, dass es beim nächsten Mal nicht doch zu einem politischen Unfall kommt."

ITALIENS BONDS UNTER DRUCK

Vor diesem Hintergrund trennten sich Anleger von italienischen Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von 2,807 Prozent. Da Investoren verstärkt zu den als sicher geltenden Bundespapieren griffen, rentierten die zehnjährigen Bonds mit minus 0,122 Prozent so niedrig wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren.

Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners mahnte allerdings zur Besonnenheit. "Positiv am aktuellen italienischen Vorstoß ist, dass die höheren Schulden diesmal zur Schaffung neuer Stellen verwendet werden sollen und nicht für Sozialleistungen." Deutschland sei bei der Agenda 2010 ähnlich vorgegangen. Nehme sich Italien dies zum Vorbild, wäre die höhere Verschuldung kein Beinbruch.

ZOLLSTREIT HÄNGT ALS DAMOKLES-SCHWERT ÜBER DER BÖRSE

Beim Thema Handelskonflikt schwankten Börsianer weiter zwischen Hoffen und Bangen. Die jüngsten enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten erhöhten den Druck auf die Regierung in Peking, sich mit den USA zu einigen, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Seinem Kollegen Neil McKinnon von der Investmentbank VTB zufolge steigt durch das anhaltende Tauziehen aber die Gefahr eines längerfristigen Abschwungs der Weltwirtschaft.

RWE-BILANZ ELEKTRISIERT ANLEGER - RAIFFEISEN BANK IM MINUS

Am deutschen Aktienmarkt stemmten sich die Papiere von RWE dank eines ermutigenden Gewinnanstieg gegen den Abwärtstrend und legten 2,7 Prozent zu. Das operative Ergebnis im ersten Quartal liege deutlich über den Erwartungen, schrieb Analyst Ahmed Farman von der Investmentbank Jefferies. Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass der Versorger dies dem schwankungsanfälligen Handelsgeschäft verdanke.

In Wien rutschten die Papiere der Raiffeisen Bank angesichts eines überraschend starken Gewinneinbruchs um fünf Prozent ab. Der Zuwachs beim Kreditvolumen habe den Rückgang der Zinsmargen - vor allem im wichtigen Russland-Geschäft - nicht ausgleichen können, schrieben die Analysten der Bank UBS. Andere europäische Geldhäuser wie die niederländische ABN Amro und die französische Credit Agricole enttäuschten ebenfalls mit ihren Geschäftszahlen. Ihre Titel fielen um bis zu 2,6 Prozent.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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DAX 0.26%12260.07 verzögerte Kurse.16.11%
EURO STOXX 50 -0.08%3480.18 verzögerte Kurse.16.04%
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