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Mögliche Entspannung in Virus-Krise treibt Börsen erneut

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07.04.2020 | 17:55
A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt

In der Hoffnung auf ein nahendes Ende des wirtschaftlichen Stillstands kehren immer mehr Anleger in die europäischen Aktienmärkte zurück.

Der Dax stieg am Dienstag um 2,8 Prozent auf 10.356,70 Punkte und der EuroStoxx50 gewann 2,2 Prozent auf 2856,41 Zähler, nachdem die beiden Indizes zum Wochenauftakt bereits jeweils etwa fünf Prozent gewonnen hatten. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones ebenfalls 2,8 Prozent vor.

Ihren Optimismus stützten Investoren auf sinkende Neuinfektions- und Todesraten durch das Coronavirus. "Auf der medizinischen Seite gibt es positive Entwicklungen, für Entwarnung ist es aber deutlich zu früh", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Auch Analyst Charalambos Pissouros vom Brokerhaus JFD warnte vor überzogenen Erwartungen. "Selbst wenn wir den Höhepunkt der Pandemie erreicht haben sollten, werden die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wohl verlängert, da die Regierungen sichergehen wollen, dass das Virus wirklich eingedämmt wurde."

Der europäische Index für die Touristik-Branche, der in den vergangenen Wochen unter die Räder gekommen war, setzte dennoch seinen Erholungskurs fort und gewann 6,3 Prozent. In den USA verbuchten das Online-Reisebüro Expedia, die Fluggesellschaft American Airlines und die Hotelkette Hilton Kursgewinne von bis zu 15 Prozent. Konjunkturabhängige Autowerte waren ebenfalls gefragt. Der europäische Branchen-Index legte 3,4 Prozent zu. Die US-Autobauer General Motors (GM) und Ford notierten 9,5 und 6,6 Prozent im Plus

"SICHERE HÄFEN" UNATTRAKTIVER

Aus "sicheren Häfen" wie der Weltleitwährung zogen sich Investoren dagegen zurück. Dies drückte den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um 0,7 Prozent auf 100,003 Punkte. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro um 0,9 Prozent auf 1,0890 Dollar.

Die "Antikrisen-Währung" Gold bröckelte um 0,4 Prozent auf 1655,48 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ab. "Einige Anleger befürchten, dass die ultra-lockere Geldpolitik der Notenbanken zu Inflation führt", sagte Analyst Peter Fertig vom Analysehaus Quantitative Commodity Research. "Für sie bleiben Gold-Käufe auf diesem Kursniveau attraktiv."

Am Anleihemarkt schlug sich der gestiegene Risikoappetit der Investoren in Verkäufen nieder. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,312 von minus 0,435 Prozent. Außerdem warteten Anleger gespannt auf die Ergebnisse der Beratungen der Euro-Finanzminister. Diese könnten die Börsenparty schnell verderben, wenn sie sich nicht auf ein gemeinsames Rettungspaket einigten, warnten die Analysten der ING Bank.

HOFFNUNG AUF FÖRDERBREMSE DURCH "OPEC+" - LUFTHANSA IM BLICK

Gespannt blickten Investoren auf die nahenden Beratungen der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Erdöl-Förderländer wie Russland gehören. Diese Staaten könnten mit Produktionskürzungen den durch die Coronavirus-Pandemie ausgelösten Nachfrage-Einbruch um mindestens 20 Millionen Barrel pro Tag zwar nicht vollständig ausgleichen, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. "Doch eine Demonstration der Einigung und Entschlossenheit würde sicherlich zur Stabilisierung und Normalisierung des Ölmarktes beitragen." Die Ölsorte Brent aus der Nordsee konnte ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und notierte am Abend 0,4 Prozent im Plus bei 33,19 Dollar je Barrel (159 Liter).

Bei den deutschen Unternehmen stand die Lufthansa im Rampenlicht. Wegen der Coronakrise verkündete die Fluggesellschaft ein umfassendes Sparpaket. In dessen Rahmen macht der Konzern seine Tochter Germanwings dicht. Lufthansa-Aktien schlossen 1,1 Prozent im Plus bei 8,75 Euro.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
DAX -1.65%11586.85 verzögerte Kurse.-12.55%
DJ INDUSTRIAL -0.07%25383.11 verzögerte Kurse.-11.00%
EURO / US DOLLAR (EUR/USD) 0.04%1.11069 verzögerte Kurse.-1.21%
ING GROEP N.V. -3.95%5.806 verzögerte Kurse.-45.68%
NASDAQ 100 1.47%9555.524843 verzögerte Kurse.9.42%
NASDAQ COMP. 1.29%9489.872484 verzögerte Kurse.5.77%
S&P 500 0.48%3044.31 verzögerte Kurse.-5.77%
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