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Makro-Briefing: USA, ein Kostenfaktor für die Welt – Brexit Chaos ohne Ende

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06.09.2019 | 10:32

Das Bewusstsein, welchen Schaden die Trump-Regierung der Welt beschert, nimmt zu. Mit diesem Bewusstsein ergibt sich in Ansätzen eine Homogenisierung eines möglichen Widerstands gegen diese US-Politik. Öffentliches Bewusstsein ist die Grundlage für faktisches Handeln.

Die Veränderung kann man, wenn man guten Willens ist, in Äußerungen der Kanzlerin Merkel erkennen, die auf ihrem China-Besuch der Hoffnung Ausdruck verlieh, dass der Handelskrieg der USA mit China bald beendet sein möge. Weniger zart sind die Äußerungen der Federal Reserve. Dort wird der Schaden auf 850 Mrd. USD beziffert, den die USA global durch Nichtachtung internationaler Vertragswerke ausgelöst haben. In das gleiche Horn stößt Paris. Dort beziffert man den Schaden, den die USA bisher ausgelöst haben auf 0,5% des globalen BIP.

Diese Berechnungen stellen jedoch nur einen Kostenfaktor der US-Politik durch die US-Handelspolitik für die Weltwirtschaft dar. Wie hoch sind die Kosten an Wachstumseinbußen und Humankapital durch nicht völkerrechtskonforme und damit illegale US-Geopolitik in den letzten 20 Jahren? Die US-Politik ist im neuen Jahrhundert der größte Kostenfaktor für die Weltwirtschaft und den Weltfrieden.

Die in zarten Ansätzen erkennbare Abkehr von der politischen Korrektheit, die darin bestand, bisher sportlich im Westen bei diesen Themen wegzuschauen und abzutauchen, muss schlussendlich in einer Solidarisierung des Rests der Welt münden, dieser US-Politik zu widerstehen. Ansonsten stünde mehr als wirtschaftlicher Schaden in das Haus der Welt. Nicht ohne Grund heißt es: Wehret den Anfängen (die übrigens schon zu weit gediehen sind)!  

Brexit-Chaos ohne Ende!
Boris Johnsons Vollmundigkeit in der Verbalakrobatik losgelöst von Wahrheit und Realität wurde gestern einmal mehr unter Beweis gestellt. Er sprach von ernsten und Ziel führenden Verhandlungen mit der EU, die durch das britische Parlament unterminiert würden. Die EU ließ verlautbaren, dass das Regierungsteam um Boris Johnson bisher keine Alternativen für den Backstop geliefert hätte. Heiße verbale Luft des Boris Johnson ist nicht unterminierbar, auch nicht durch das britische Parlament!

Nicht heiße Luft, sondern Fakten lieferte gestern die CBI (vergleichbar zum BDI). Nicht nur Trump, sondern auch die Brexiters legen die Axt an das Kernthema der Ökonomie an. Dabei reden wir über den Kapitalstock, der durch Abschreibungen schmilzt und durch Ersatzinvestitionen (Erhalt) oder Neuinvestitionen (mögliches Wachstum) erhalten oder forciert wird. Der Kapitalstock ist als Basis für wirtschaftliche Stabilität gleichzeitig Grundlage für die gesellschaftspolitische Stabilität.

Gemäß der CBI bremst die Aussicht auf einen Brexit ohne Vertrag Investitionen britischer Unternehmen. Man wappne sich mit Vorsichtsmaßnahmen für einen ungeregelten EU-Austritt.
O-Ton des CBI: „Bis eine Vereinbarung getroffen ist, werden die Unternehmen weiter Milliarden Pfund aus Investitionen in die Produktion abziehen und stattdessen in „No-Deal“-Vorbereitungen (konsumtiv!) stecken und internationale Investoren werden weiterhin infrage stellen, ob Großbritannien ein stabiler, offener Ort ist, um Geschäfte zu machen."

So ist es! Wer die Axt als verantwortlicher Politiker in den Kapitalstock der Wirtschaft schlägt, führt auch die Axt gegen gesellschaftspolitische Stabilität. Was für Boris Johnson gilt, gilt auch für einen müden Jacob Rees-Mogg.

Es gilt nicht für den Bruder Boris Johnsons. Im Streit über den Brexit-Kurs im UK ist der Bruder von Boris Johnson als Staatssekretär zurückgetreten. Er werde auch sein Mandat als Abgeordneter niederlegen, erklärte Jo Johnson gestern. Er verwies auf einen persönlichen Konflikt zwischen Familie und Staat.

O-Ton: „In den vergangenen Wochen war ich hin und her gerissen zwischen Familienloyalität und nationalem Interesse - es ist eine unlösbare Spannung und Zeit für andere, meine Rolle als Abgeordneter und Minister zu übernehmen.“

Jo Johnson ist ein Gegner eines ungeregelten Brexits. Er befürwortet ein zweites Referendum über den britischen EU-Austritt. Es ist erfrischend, dass es Briten gibt, die sich von dem Einfluss populistischer Stimmen nicht in den Bann ziehen lassen und den Begriff Verantwortung leben.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone:  Deutschland Schatten, Athen aufhellend!
Deutschland:   Auftragseingänge per Juli -2,7% (Prognose -1,5%) nach +2,7%.
   Industrieproduktion per Juli -0,6% (Prognose +0,3%) nach -1,1%.

Griechenland:  Die Arbeitslosenquote sank per Juni auf 17,0% und markierte den tiefsten Wert seit 2011.

USA:   Widersprüchliche Datenreihen!
Laut Challenger Report waren per August 53.480 Jobs nach zuvor 38.845 Jobs von größeren Entlassungen betroffen (Vorjahr 38.472)
Gemäß ADP wurden per August in der US-Privatwirtschaft 195.000 neue Jobs geschaffen (Prognose 149.000). Der Vormonatswert wurde von 156.000 auf 142.000 revidiert.
Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sank per August von zuvor 53,0 auf 50,7 Punkte (vorläufiger Wert 50,9) und markierte den niedrigsten Wert seit März 2016.
Dagegen stieg der ISM-Dienstleistungsindex vollständig unerwartet per August von 53,7 auf 56,4 Zähler (Prognose 54,0). Sowohl Tendenz als auch Amplitude stehen im diametralen Widerspruch zu dem Pendant von Markit!
Der Auftragseingang der US Industrie nahm per Juli um 1,4% (Prognose 1,0%) nach zuvor 0,5% (revidiert von 0,6%) zu.

Russland:
Die Devisenreserven stiegen per Berichtswoche 30. August von zuvor 527,7 auf 530,5 Mrd. USD.
Die russischen Verbraucherpreise legten per Berichtsmonat August um 4,3% nach 4,6% zu.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 – 80 negiert den positiven Bias des USD.
Viel Erfolg!


Gastbeitrag von Folker Hellmeyer, Chefanalyst SOLVECON INVEST

www.solvecon-invest.de

Herr Hellmeyer hat am Finanzmarkt ursprünglich als Devisenhändler begonnen. Für Deutsche Bank und Helaba war er in Hamburg, London und Frankfurt tätig. Von 2002 bis 2017 war Herr Hellmeyer Chefanalyst der Bremer Landesbank und hat mit klaren Worten die Entwicklungen an den Börsen und im Finanzmarkt¬geschehen kommentiert.

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