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Makro-Briefing: Johnson in „Dire Straits“ – Trump: Lautes Rufen im dunklen Wald?

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04.09.2019 | 10:28

Die Entwicklungen in Whitehall haben etwas mit „Dire Straits“ (ernste Schwierigkeiten), aber nichts mit „Sultans of Swing“ zu tun. Der „sportliche“ Umgang des Premiers Johnson mit den Traditionen der Demokratie im Vereinigten Königreich, der Institution des Königshauses und Lügen zeigt nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im Parlament Folgen.

Für die Sache sind konservative Abgeordnete bereit, ihre politische Karriere zu opfern. Das verlangt nach immensem Respekt.

Genau das Gegenteil wurde gestern von Jacob Rees-Mogg geliefert. Er legte sich in dem ehrwürdigen Parlament für mehrere Nickerchen hin und reagierte mit Arroganz auf Aufforderungen, dieses Tun zu unterlassen. Dieses Verhalten ist eine Respektlosigkeit gegen die Institutionen des UK und die Menschen im UK.

Kommen wir zu den Fakten:
• Das Parlament hat den Weg für eine Abstimmung über eine Brexit-Verschiebung gegen die Regierung gewonnen.
• Die Regierung Johnson hat ihre dünne Mehrheit nach dem Überlaufen eines Konservativen zu den Liberalen verloren.

Heute folgt die Abstimmung über die Brexit-Verschiebung. Die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs ist hoch. Neuwahlen sind in der Folge in hohem Maße wahrscheinlich.
Fazit: Die EU würde wohl dem Wunsch des UK nach einer Verschiebung des Brexit-Termins stattgeben. Das Thema würde dann fortgeschrieben und bliebe zunächst weiter offen. Diese UK-Freunde mögen uns lieb sein, sie sind aber definitiv teuer!

Donald Trump: „Lautes Rufen im dunklen Wald?“

US-Präsident Donald Trumps gestriges Twitter-Gewitter war emotional und aggressiv. In Verbindung mit zunehmend enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus den USA, die Trumps Narrativ, dass China die Rechnungen des Handelsstreits begleichen würde, in sich zusammen fallen lassen, ist sein Verhalten vergleichbar mit dem lauten Rufen im dunklen Wald.
Fakt ist, dass die US-Administration mit dem „Schießen“ auf deklarierte Feinde und frühere Freunde (EU = „Neufeind“) die USA hinsichtlich der Unberechenbarkeit und dem darin liegenden Vertrauensbruch latent weiter international isoliert.

Politische Isolierung in einer wirtschaftlich und politisch global vernetzten Welt verbessert auf keinen Fall Standortvorteile für nachhaltige Investitionen in den USA. Ganz im Gegenteil untergräbt diese Politik den Aufbau des Kapitalstocks oder die Verteidigung des aktuellen Status Quo.

Wir möchten heute in diesem Kommentar den O-Ton Trumps anbieten:

“While I am sure they would love to be dealing with a new administration so they could continue their practice of “ripoff USA” ($600 B/year),16 months plus is a long time to be hemorrhaging jobs and companies on a long-shot ... And then, think what happens to China when I win. Deal would get much tougher! In the meantime, China’s Supply Chain will crumble and businesses, jobs and money will be gone!"

Die aktuelle Datenlage auch als Folge der Gegenmaßnahmen, die China verfügt hat, sagen etwas anderes aus. Wir verweisen unter anderem auf den heute veröffentlichten Dienstleistungsindex aus Chinas im nachfolgenden Datenpotpourri.

Was ist belastbarer, ein billiges US-Narrativ oder Chinas Fakten und Strukturen?
Währenddessen gibt es an der Nachrichtenfront neue Erkenntnisse über das Verhalten der USA gegenüber Huawei. Die Überschrift lautet: „USA warben Angestellte zur Werksspionage an.“ Überrascht uns das? Nein, das wissen wir doch seit 2015 von Snowden. Was die USA dürfen, dürfen andere eben nicht, oder? „Food for thought!“

Wenn man etwas veranlasst (Sanktionsregime) und das angepeilte Ziel wird voll verfehlt, stellt sich die Frage, ob die Erhöhung der Dosis des Mittels, das das Ziel verfehlt, Ausdruck von Souveränität in einem rationalen Entscheidungsprozess ist oder Ausdruck zunehmender Verzweiflung und Realitätsverweigerung (auch ggü: Moskau!)!

Fazit: Aktionen aus Verzweiflung und Realitätsverweigerung bringen für den Verursacher aus einer historischen Betrachtung heraus zumeist massive Kollateralschäden mit sich. Wissen die Verantwortlichen, was sie tun?

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:
Eurozone:
Die Erzeugerpreise legten im Monatsvergleich um 0,2% (Prognose 0,2%) und im Jahresvergleich um 0,2% (Prognose 0,2%) nach 0,7% zu.
USA:  Danke Donald!
Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex legte gegenüber dem vorläufigen Wert von 49,9 auf 50,3 Punkte per August zu (Vormonat finaler Wert 50,4). Damit kam es im finalen Wert zum schwächsten Ergebnis seit September 2009!
Der stärker beachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sank per August von 51,2 auf 49,1 Zähler (Prognose 51,1) und markierte den schwächsten Wert seit Januar 2016.



© Reuters

Der Auftragseingangsindex gibt brach von 50,8 auf 47,2 Punkte ein und markierte den tiefsten Wert seit Juni 2012.
Der Beschäftigungsindex verlor von zuvor 51,7 auf 47,4 Zähler und erreichte damit den niedrigsten Indexwert seit Mai 2016.

Einkaufsmanagerindices Dienstleistungssektor per August:

China:                  52,1   nach 51,6 Punkten:   So sieht kein Abgesang aus!
Indien:                 52,4  nach 53,8 Punkten Das Niveau ist auskömmlich!
Japan:                  53,3  nach 51,8 Punkten             Höchster Wert seit Oktober 2017!
Honkong:            40,8 nach 43,8 Punkten Wenn Menschen ihre Existenz zerrütten!
Australien:          51,4  nach  43,9 Punkten Erfreulich und nicht erwartet!
Irland:                  54,6  nach 55,0 Punkten Hohes Niveau trotz leichter Einbuße.
Russland:            52,1  nach 50,4 Punkten Wenn Sanktionen Rohrkrepierer sind!

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 – 80 negiert den positiven Bias des USD.
Viel Erfolg!


Gastbeitrag von Folker Hellmeyer, Chefanalyst SOLVECON INVEST

www.solvecon-invest.de

Herr Hellmeyer hat am Finanzmarkt ursprünglich als Devisenhändler begonnen. Für Deutsche Bank und Helaba war er in Hamburg, London und Frankfurt tätig. Von 2002 bis 2017 war Herr Hellmeyer Chefanalyst der Bremer Landesbank und hat mit klaren Worten die Entwicklungen an den Börsen und im Finanzmarkt¬geschehen kommentiert.


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