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Makro-Briefing: EX-US-Notenbanker liefert Klartext!

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28.08.2019 | 09:08

Der ehemalige Gouverneur der Federal Reserve New York William Dudley, der gut beleumundet ist, hat die Federal Reserve aufgefordert, sich Präsident Donald Trump zu widersetzen. Er forderte in einem Artikel für die Finanznachrichtenagentur Bloomberg News, die Federal Reserve dürfe der Trump Regierung und Administration nicht zur Seite stehen.

Auch für einen ehemaligen Zentralbanker sind das scharfe und ungewohnte, aber sachlich durchaus überzeugende Verbalinterventionen.

O-Ton: „Die Vertreter der Zentralbank haben die Wahl: Der Trump-Regierung dabei zu helfen, ihren desaströsen Weg einer Eskalation im Handelskrieg weiterzugehen - oder das klare Signal zu senden, dass wenn die Regierung dies tut, der Präsident und nicht die Fed die Risiken tragen wird, einschließlich des Risikos einer Niederlage bei der nächsten Wahl." 

Die Ansicht Dudleys ist sachlich nicht zu widerlegen, dass die Handelspolitik desaströs ist. Sie unterminiert quantitativ über Erhöhung der Kosten (Zölle) und qualitativ den Standort USA. Unternehmen stellen sich folgende Fragen:

• Welches Land oder welches Unternehmen wird morgen sanktioniert?
• Wo stehen übermorgen die nächsten Zölle auf der Agenda?
• Wie sicher sind meine Lieferketten?
• Wie sicher sind meine Absatzmärkte bei einem Produktionsstandort USA?
• Lassen sich Investitionen vor diesem Hintergrund in den USA rechtfertigen?

Eine Sprecherin der Federal Reserve sah sich gezwungen, sich von der Verbalintervention Dudleys im Namen der Federal Reserve unter dem Verweis zu distanzieren, dass die geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank einzig auf dem Mandat, Preisstabilität und maximale Beschäftigung zu sichern, beruhten.  Politische Überlegungen würden absolut keine Rolle spielen.
Das muss sie sagen! Aber intern dürften die Einlassungen Dudleys in der Federal Reserve bei den nicht ideologisierten Vertretern auf breite Zustimmung gestoßen sein.

Am Ende stellen sich zwei Fragen:

1. Kann ein US-Präsident dauerhaft erfolgreich Wirtschafts- und Handelspolitik gegen die eigene Wirtschaft (Einlassungen der US-Unternehmerverbände), gegen die bisherigen Partner auf internationaler Ebene und die eigene Zentralbank führen?
2. Kann ein US-Präsident in einer global vernetzten Welt (Kapitalstock) erfolgreich durch Selbstisolierung seines Landes sein?

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone:  Nicht schlecht!
Der von GfK für Deutschland erstellte Konsumklimaindex stellte sich per September auf 9,7 Punkte nach zuvor 9,7 Zählern (Prognose 9,6).
Die Importpreise Deutschlands sanken per Juli im Monatsvergleich um 0,2%. Im Jahresvergleich kam es zu einem Rückgang um 2,1% nach zuvor -2,0%.

USA: Überwiegend positiv!
Der von Case/Shiller ermittelte Hauspreisindex im 20 Städtevergleich war im Monatsvergleich per Juni unverändert (Prognose +0,2%). Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 2,1% (Prognose 2,4%) nach zuvor 2,4%. Damit stellte sich der geringste Anstieg seit August 2012 ein.

Der Index des Verbrauchervertrauens nach Lesart des Conference Board sank per August von zuvor 135,8 auf 135,1 Punkte. Die Prognose war bei 129,5 Zählern angesiedelt.
Der Richmond Fed Composite Index legte per Berichtsmonat August von zuvor -12 auf +1 Punkte deutlich zu.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.1020 – 40 negiert den positiven Bias des EUR.
Viel Erfolg!


Gastbeitrag von Folker Hellmeyer, Chefanalyst SOLVECON INVEST

www.solvecon-invest.de

Herr Hellmeyer hat am Finanzmarkt ursprünglich als Devisenhändler begonnen. Für Deutsche Bank und Helaba war er in Hamburg, London und Frankfurt tätig. Von 2002 bis 2017 war Herr Hellmeyer Chefanalyst der Bremer Landesbank und hat mit klaren Worten die Entwicklungen an den Börsen und im Finanzmarkt¬geschehen kommentiert.

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