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Ifo sieht Konjunktur-Belebung ab Jahresmitte - "Aufstieg aus dem Corona-Tal"

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01.07.2020 | 13:26
Euro currency bills are pictured at the Croatian National Bank in Zagreb

Nach einem Rekordeinbruch im zweiten Quartal rechnet das Ifo-Institut mit einer anziehenden Konjunktur im zweiten Halbjahr.

Bereits im dritten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um 6,9 Prozent wachsen und Ende 2020 um 3,8 Prozent, erklärten die Münchner Forscher und Regierungsberater am Mittwoch. Man erwarte einen Aufstieg aus dem Corona-Tal. "Von nun an geht es schrittweise wieder aufwärts", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Allerdings dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Juni um 11,9 Prozent zum Vorquartal geschrumpft sein. Derweil gibt es positive Signale von der Industrie. Sie berappelt sich nach dem Corona-Schock etwas und tastet sich langsam Richtung Wachstumszone vor.

Die vergleichsweise optimistische Ifo-Prognose fußt auf der Annahme, dass er zu keiner zweiten Virus-Infektionswelle kommt. Im Gesamtjahr dürfte die Wirtschaft um 6,7 Prozent einbrechen - und damit so stark wie nie in der Nachkriegszeit. 2021 soll das BIP laut Ifo wieder um 6,4 Prozent zulegen, "so dass die Wirtschaftsleistung von Ende 2019 dann Ende 2021 wieder erreicht wird". Deutschland müsse dennoch "Wohlstandsverluste" hinnehmen, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Denn ohne die Corona-Krise wäre die Wirtschaft auf einem höheren Wachstumspfad. Große Teile des Einzelhandels machten im Mai bereits Einbußen der vergangenen Monate wett. Die gesamte Branche schaffte einen realen Umsatzanstieg von 13,9 Prozent zum Vormonat und damit und das größte Plus seit mindestens 1994.

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im Jahresdurchschnitt laut Ifo von 2,3 auf 2,7 Millionen steigen und 2021 auf 2,6 Millionen sinken. Allein im Juni kletterte die Zahl um 40.000 auf 2,853 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Doch zeigte sich BA-Chef Detlef Scheele zuversichtlich, dass die Grenze von drei Millionen in diesem Sommer nicht erreicht werde. "Im Winter muss man es dann sehen", fügte er hinzu.

SCHWACHE NACHFRAGE ERHÖHT ERHOLUNG DER INDUSTRIE

Das Ifo geht davon aus, dass sich Verbraucher und Firmen in der Rezession zurückhalten. So dürften der private Konsum 2020 um 6,4 Prozent sinken und die Ausrüstungsinvestitionen sogar um rund 20 Prozent schrumpfen. Kräftigen Gegenwind spürt auch der Außenhandel. Die Exporte sinken laut Ifo in diesem Jahr um 13,3 Prozent und die Importe um 7,7 Prozent.

Wie das Markit-Institut unter Berufung auf seine Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte, stieg der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie im Juni nach endgültigen Berechnungen auf 45,2 Punkte von 36,6 Zählern im Mai. Das Barometer nähert sich somit in dem Monat, in dem viele Covid-19-Eindämmungsmaßnahmen schrittweise aufgehoben wurden, wieder der Wachstumsschwelle von 50 Punkten an. "Einerseits zeigen die Daten, dass mehr und mehr Hersteller ihre Produktion weiter hochfahren und dass der Optimismus, an dem es in den letzten Monaten mangelte, wieder zurückgekehrt ist", sagte Markit-Experte Phil Smith. "Andererseits verharrt die Nachfrage auf sehr niedrigem Niveau, was eine rasche Erholung erschwert." Das Markit-Barometer für die Industrie in der Euro-Zone stieg im Juni um acht auf 47,4 Punkte.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte jüngst nach einer Umfrage unter 8500 Firmen ein düsteres Bild von der Lage der deutschen Wirtschaft gezeichnet. Der DIHK erwartet 2020 einen BIP-Einbruch von zehn Prozent.

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