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Gericht spricht Orange-Chef in Tapie-Affäre frei

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09.07.2019 | 12:01
Orange chief executive Stephane Richard speaks to reporters inside the courthouse in Paris

Paris (Reuters) - Stephane Richard kann Chef des französischen Telekom-Konzerns Orange bleiben: Ein französisches Gericht sprach den Manager am Dienstag von jeglichem Fehlverhalten in der Affäre um Millionenzahlungen an den Unternehmer Bernard Tapie im Jahr 2008 frei.

Das Urteil sei eine "immense Erleichterung", sagte Richard zu Reportern im Gericht. Einige seiner engsten Mitarbeiter waren in Tränen aufgelöst.

Richard war eine Mitschuld vorgeworfen worden im Zusammenhang mit einer Zahlung an Tapie in Höhe von 285 Millionen Euro aus der Staatskasse. Er war damals Stabschef der französischen Finanzministerin Christine Lagarde, die nun Präsidentin der Europäischen Zentralbank werden soll. Der Unternehmer Tapie, Unterstützer des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, wollte Schadenersatz, weil er sich beim Verkauf seiner Adidas-Beteiligung von der damaligen Staatsbank Credit Lyonnais geprellt sah. Lagarde legte den Streit bei, indem sie Tapie seinerzeit nach einer außergerichtlichen Einigung das Geld aus der Staatskasse zahlte. Die Justiz sollte klären, ob es sich dabei um eine Veruntreuung öffentlicher Gelder handelte.

Lagarde wurde 2016 vom Gerichtshof der Republik in Paris für schuldig befunden, in der Affäre fahrlässig gehandelt zu haben. Gleichwohl blieb sie als IWF-Chefin im Amt.

Der französische Staat ist der größte Aktionär von Orange. Finanzminister Bruno Le Maire hatte im Vorfeld des Urteils die Haltung der Regierung bekräftigt, dass Chefs von staatlich kontrollierten Unternehmen kündigen sollten, wenn sie wegen eines Verbrechens verurteilt werden.

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