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Europas Anleger drücken zu Wochenbeginn auf den Verkaufsknopf

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13.11.2017 | 16:26
The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Auch zu Beginn der neuen Woche haben Europas Aktienanleger Gewinne eingestrichen.

Der Dax verlor bis zum Montagnachmittag rund ein Prozent auf 12.980 Zähler. Damit hat er die Gewinne der vergangenen zweieinhalb Wochen eingebüßt. Der EuroStoxx50 fiel um ein Prozent auf 3557 Zähler. "Die große Euphorie ist erst einmal vorbei", stellte Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensberater QC Partners fest. "Skepsis und Verunsicherung haben zuletzt wieder deutlich zugenommen." Noch Anfang November erreichte der Dax mit 13.525 Punkten ein Rekordhoch, nachdem er Mitte Oktober erstmals die 13.000er-Marke übersprungen hatte.

Auch für die Wall Street signalisierten die Futures fallende Kurse. Dort lastete vor allem die Unsicherheit über die Steuerreform Donald Trumps auf den Kursen. "Alle Augen sind darauf gerichtet, was der Senat und das Repräsentantenhaus bei der Steuerreform als nächstes machen", sagte Anlagestratege Nobuhiko Kuramochi vom japanischen Wertpapierhändler Mizuho Securities. Die beiden Kammern des US-Kongresses hatten zuletzt unterschiedliche Steuerpläne vorgelegt.

Am Devisenmarkt geriet das Pfund Sterling mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 1,3075 Dollar unter Druck. Anleger zeigten sich nervös, weil in den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU Fortschritte ausbleiben. Der Euro lag zum Dollar kaum verändert bei 1,1655 Dollar.

Europäische Anleger zeigten sich zudem enttäuscht vom Verlauf der Bilanzsaison. Einige Dax-Konzerne - darunter Siemens und ProSiebenSat.1 - hatten in der vorigen Woche die Anleger mit ihren Geschäftszahlen enttäuscht. Zugleich rückten an den Märkten wieder die zahlreichen politischen Krisen ins Bewusstsein - etwa wegen Nordkorea, Katalonien oder der Lage im Nahen Osten.

ERNEUT ENTTÄUSCHENDE FIRMENBILANZEN UND GEWINNWARNUNGEN

Im deutschen Handel sorgten einige Unternehmen aus der zweiten Reihe für lange Gesichter: So rutschten die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank mit einem Abschlag von über fünf Prozent auf 12,35 Euro an das Ende des MDax. Das Nachfolge-Institut der Hypo Real Estate, deren Schieflage in der Finanzkrise 2008 an den Börsen eine Zäsur einleitete, drosselte die Erwartungen für das nächste Jahr.

Noch strenger gingen die Anleger mit Drägerwerk ins Gericht: Der Medizintechnikanbieter senkte seine Renditeprognosen für 2018 und 2019. Die im TecDax gelisteten Titel stürzten um 17 Prozent auf 73,40 Euro ab. Die Aktien von Rivale Compugroup Medical zogen dagegen um über neun Prozent an. Anleger honorierten die Zulassung mehrerer Produkte rund um die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Auf Talfahrt blieben die ebenfalls im TecDax gelisteten Aktien von Evotec, die um 11,8 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 13,76 Euro abstürzten. Nach den Quartalszahlen der Biotech-Firma hätten die Anleger Kasse gemacht, sagte ein Händler. Schließlich hatte sich der Kurs im laufenden Jahr zeitweise mehr als verdoppelt. Mehr als elf Prozent bergab ging es in Paris mit den Aktien von EdF nach einer Gewinnwarnung des französischen Versorgers.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
DAX 0.78%11614.16 verzögerte Kurse.-10.79%
MDAX -0.51%23749.94 verzögerte Kurse.-8.89%
TECDAX PERFORMANCE INDEX 9:00-20:00 0.09%2581.95 verzögerte Kurse.2.00%
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