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Erdöl: Was macht die OPEC gleich wieder?

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08.11.2018 | 14:34

Das Niveau des Ölpreises hängt nach wie vor weitgehend von der mit den Förderländern zusammenhängenden Geopolitik ab, unabhängig davon, ob sie OPEC-Mitglieder sind oder nicht. So spiegeln die jüngsten Sanktionen der USA gegenüber dem Iran oder der wirtschaftliche Niedergang Venezuelas diese wirtschaftliche Realität gut wider. Diese zunehmend fortschreitende Politisierung der Ölmärkte verleiht der Organisation der Erdöl produzierenden Länder eine führende Rolle, in der sie, nicht ohne Schwierigkeiten historisch die Rolle einer globalen Aufsichtsbehörde der Ölpreise innehat.

OPEC-Mitgliedsländer

Die ersten Missionen der OPEC (bestehend aus 5 Ländern: Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und Venezuela), die 1960 auf einer Konferenz in Bagdad ins Leben gerufen wurde, beinhalteten bereits eine bessere Kontrolle der von ihren Mitgliedern erzielten Öleinnahmen. In den folgenden Jahrzehnten verschaffte die Verstaatlichung der Ölindustrie, verbunden mit einem Anstieg der Mitgliederzahl und einer höheren Volatilität der Ölpreise, dem Kartell eine immer bedeutendere Rolle.

Heute hat die supranationale Institution mit Sitz in Wien 14 Mitglieder. Dazu gehören neben den Gründungsmitgliedern Algerien, Angola, Ecuador, Gabun, Äquatorialguinea, Äquatorialguinea, Libyen, Nigeria, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. 


 
Die Rolle des „Swing-Produzenten“...

Mit einem Anteil von rund 40% an der Weltproduktion, und dem Besitz von fast 70% der weltweiten Ölreserven, ist die OPEC der Swing-Produzent auf den Ölmärkten. Mit anderen Worten, das Kartell, unter dem Wortführer und führenden Produzenten Saudi Arabien, hat ein hinreichend großes Gewicht, um den Preis pro Barrel durch Anpassung seiner Produktion zu beeinflussen.

Die OPEC hat daher die Aufgabe, auf Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage zu reagieren, um einerseits Preisstabilität und andererseits einen attraktiven Preis für ihre Mitglieder zu gewährleisten. Letztendlich ist das Hauptziel, die Preisvolatilität zu beschränken, nicht nur um das Haushalten in den Förderländern zu erleichtern, sondern auch um eine Planungssicherheit für den gesamten Ölsektors sicherzustellen.

.... die durch den Schieferölboom in den USA in Frage gestellt wird....

Wenn das Kartell diese Regulierungsaufgabe historisch auch einigermaßen erfüllen hat können, untergräbt das rasante Wachstum des amerikanischen Schieferöls seinen Einfluss erheblich. Die US-Schieferölproduzenten sind dank eines deutlich kürzeren Investitions- und Produktionszyklus wesentlich flexibler in der Lage, Marktanteile (von der OPEC) zu gewinnen.

Dank der hochentwickelten Finanzmärkte und Rechtssicherheit, sind die Vereinigten Staaten auf dem besten Weg, dauerhaft der weltweit führende Ölproduzent zu werden, vor Russland und Saudi-Arabien. Der technologische Fortschritt, der den hydraulischen Frakturierungsprozess (Fracking) ständig verbessert, hat es den amerikanischen Herstellern ermöglicht, ihre Produktion seit 2009 auf fast 11 Millionen Barrel pro Tag zu verdoppeln.

Dieser neue Wettbewerb hat die OPEC veranlasst, ihre Strategie mehrmals grundlegend zu überarbeiten. Während zunächst die Verteidigung der Marktanteile angesichts des Anstiegs der US-Produktion im Vordergrund stand (Senkung der Preise 2014 auf 25 USD pro Barrel), schloss sich das Kartell anschließend erstmals mit Nichtmitgliedern der Organisation, darunter Russland, zusammen, um den Preisverfall durch die Einführung von Produktionsquoten aufzuhalten.

Die Rolle des ergänzenden Produzenten wird daher von der OPEC nicht mehr vollständig wahrgenommen. Obwohl dies einem Scheitern des Kartells gleichkommt, weil es die Ölmärkte nicht mehr alleine regulieren kann, kann die OPEC durch die unerwartete Allianz dennoch ein wenig Marktmacht bewahren. Der Beweis dafür ist, dass sich die Preise seit der Anwendung der Produktionsbeschränkungen deutlich erholt haben.

.... und interne Konflikte.

Darüber hinaus gibt es interne Spaltungen, die die Einheit des Kartells erheblich beeinträchtigen. Abgesehen von den fest verwurzelten ideologischen und religösen Unterschieden, die das Zusammenleben einiger Mitglieder, insbesondere zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, erschweren, gibt es erhebliche Ungleichheiten bei der Widerstandsfähigkeit gegen Ölpreisschwankungen.

Genauer gesagt, der Grad der Abhängigkeit von Öleinnahmem variiert von Land zu Land. Vor diesem Hintergrund ist es schwierig, Entscheidungen zu treffen, die alle 14 Mitglieder des Kartells vollständig zufriedenstellen. Die Risiken von Meinungsverschiedenheiten ist daher permanent hoch.

Jordan Dufee
© MarketScreener.com 2018
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