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Drohende Eskalation im Zollstreit drückt Dax unter 11.000 Punkte

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06.12.2018 | 18:12
Traders work at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei hat die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China an den Börsen neu entfacht.

Weltweit gingen die Aktienmärkte auf Talfahrt. "Schwer vorstellbar, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit zwischen den USA und China beiträgt", sagte Analyst Gregor Kuhn von Emden Research.

Der Dax fiel am Donnerstag um 3,5 Prozent und schloss mit 10.810,98 Punkten erstmals seit zwei Jahren unter der 11.000er Marke. Der EuroStoxx50 verlor 3,7 Prozent auf 3033,95 Zähler. Das ist für beide Indizes der schwärzeste Tag seit zweieinhalb Jahren. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 2,6 Prozent ein.

Huawei-Managerin Meng Wanzhou - die Tochter des Firmengründers - war am Wochenende in Kanada festgenommen worden. Sie soll an die USA ausgeliefert werden, die dem Unternehmen Verstoß gegen die Iran-Sanktionen vorwerfen. Darüber hinaus drängen die USA ihre Verbündeten, wegen Sicherheitsbedenken keine Geschäfte mehr mit dem weltgrößten Netzwerk-Ausrüster zu machen. "Dies könnte auf den westlichen Märkten ein Duopol von Ericsson und Nokia entstehen lassen", sagte Neil Campling, Manager beim Vermögensverwalter Mirabaud. Die Aktien von Ericsson stiegen in Stockholm um 1,9 Prozent. Die Titel von Nokia wurden wegen eines Feiertages in Finnland nicht gehandelt.

Dem Ölpreis setzten auch Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage als Folge eines eskalierenden Handelsstreits zu. Hinzu komme das Tauziehen um eine Förderbremse, sagten Börsianer. Die jüngsten Signale von Opec-Mitgliedern deuteten darauf hin, dass die Drosselung lediglich bei einer Million statt der erhofften 1,3 Millionen Barrel pro Tag liegen werde. Die Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 5,2 Prozent auf 58,36 Dollar je Barrel (159 Liter).

BREXIT-ABSTIMMUNG IM BRITISCHEN PARLAMENT RÜCKT NÄHER

Daneben zehrte die Diskussion im britischen Parlament über die ausgehandelte Scheidungsvereinbarung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU erneut an den Nerven der Anleger. Zwar rechneten die Investoren mit einer Ablehnung des Brexit-Deals, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Da aber unklar sei, was danach komme, spiegele sich dies bislang kaum im Kurs des Pfund Sterling wider. Von Nachverhandlungen über Neuwahlen bis zu einem zweiten Referendum sei fast alles denkbar. Die britische Währung verteuerte sich am Donnerstag leicht auf 1,2769 Dollar. Der Euro hielt sich ebenfalls im Plus bei 1,1365 Dollar.

In dieser Gemengelage waren Bundesanleihen als sichere Anlage erneut gefragt. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Sechseinhalb-Monats-Tief von 0,224 Prozent.

HUAWEI-AFFÄRE SETZT TECHNOLOGIE- UND AUTOWERTEN ZU

Am Aktienmarkt traf die Affäre um Huawei Technologiewerte besonders hart, da Huawei Experten zufolge einer der weltweit größten Abnehmer für Computerchips ist. Der Europäische Branchenindex rutschte um 3,1 Prozent und sein US-Pendant um 2,2 Prozent ab. Die Titel von Huawei-Zulieferern wie Intel, STMicro oder Qualcomm büßten bis zu 6,4 Prozent ein.

Unter die Räder kamen auch die Autobauer, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. Die Aktien von BMW, Volkswagen und Daimler verloren bis zu 6,2 Prozent. An der Wall Street gaben die Titel der Konkurrenten General Motors (GM) und Ford bis zu 3,2 Prozent nach.

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