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Deutsche Wirtschaft setzt auf China-Impulse - "Eng verflochten"

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05.03.2019 | 16:11
A student holds flags of China and Germany before a welcome ceremony in Beijing

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft verspricht sich vom milliardenschweren Konjunkturprogramm Chinas neue Impulse für das eigene Geschäft.

"Die deutsche Industrie ist sehr eng mit der chinesischen Wirtschaft verflochten: Wenn es dort gut läuft und das Wachstum stabil bleibt, profitieren auch unsere Firmen davon", sagte der Leiter der Abteilung Internationale Märkte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Fridolin Strack, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Und das quer durch alle Branchen." Besonders von den massiven Investitionen in die Infrastruktur erhofft sich die Industrie positive Effekte. "Sie hat die notwendigen Ausrüstungen dafür, etwa in den Bereichen Energie- und Verkehrsinfrastruktur sowie Logistik", sagte Strack. "Dort läuft das Geschäft gut."

Ähnlich schätzt das der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein. "Die Volksrepublik bleibt eine Zugmaschine für die deutsche Wirtschaft", sagte sein Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Mit den Konjunkturmaßnahmen wird eine konjunkturelle Eiszeit vermieden. Davon profitieren wir indirekt." So dürften die Exporte in das Land in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent wachsen und damit mehr als doppelt so stark wie die deutschen Ausfuhren insgesamt.

Allerdings würden die strukturellen Probleme der chinesischen Wirtschaft allenfalls behutsam angegangen - etwa die Überkapazitäten sowie die Dominanz und hohe Verschuldung der Staatsunternehmen. Dafür müssten China und auch die Weltwirtschaft zu einem späteren Zeitpunkt einen Preis bezahlen, den aber noch niemand kenne. China ist inzwischen der drittgrößte Abnehmer von Waren "Made in Germany" nach den USA und Frankreich. 2018 wurden Produkte im Wert von mehr als 86 Milliarden Euro dorthin geliefert.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent, dem schwächsten seit rund drei Jahrzehnten. Gegensteuern will die Regierung mit Steuersenkungen im dreistelligen Milliardenbereich und höheren Investitionen in die Infrastruktur. Auch die Kreditvergabe an kleinere und mittelständische Firmen soll angeschoben, die Marktöffnung vorangetrieben werden.

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