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Deka legt wegen Cum-Cum-Steuertricks 64 Mio Euro beiseite

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17.04.2018 | 13:53
A banker makes a phone call next to the logo of Deka Investments department of German Sparkasse savings banks in Duesseldorf

Frankfurt (Reuters) - In der "Cum-Cum"-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren trifft die Dekabank Vorsorge für mögliche Straf- und Steuernachzahlungen.

Das Wertpapierhaus der Sparkassen legte dafür 64 Millionen Euro beiseite, wie Deka-Finanzchef Matthias Danne am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt sagte. Danne betonte, dass es sich nicht um eine Rückstellung, sondern um eine sogenannte Eventualverbindlichkeit handele - die Wahrscheinlichkeit, dass die Deka die Summe tatsächlich zahlen müsse, liege bei unter 50 Prozent.

Bei "Cum-Cum"-Transaktionen reichten ausländische Anleger ihre Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag an deutsche Banken oder Fonds weiter, die anders als sie keine Kapitalertragsteuer auf die Dividende zahlen mussten. Nach dem Stichtag bekamen sie die Papiere zurück, als "Belohnung" erhielten die Inländer einen Teil der Dividende.

Die "Cum-Cum"-Transaktionen galten bis vor kurzem - anders als "Cum-Ex" - meist als legales Steuerschlupfloch. Doch das Finanzministerium hält nach einem Schreiben vom Juli 2017 "Cum-Cum"-Geschäfte in den meisten Fällen für rechtswidrig. Damit würden zumindest Strafzinsen für die Jahre 2013 bis 2015 fällig. Nach einer Umfrage der Finanzaufsicht BaFin erwarten 77 Institute Belastungen von insgesamt gut einer halben Milliarde, wie im November bekannt wurde. Die Namen der Institute wurden nicht veröffentlicht und nur wenige Geldhäuser haben Angaben zu ihren "Cum-Cum"-Transaktionen gemacht.

Danne wollte sich am Dienstag nicht dazu äußern, ob die 64 Millionen Euro der Summe entspricht, die die Deka der BaFin gemeldet hat. Sollte das der Fall sein, wäre die Deka in der Spitzengruppe - nur fünf Institute bezifferten in der BaFin-Umfrage ihre potenziellen Belastungen auf mehr als 50 Millionen Euro.

Die Deka hat bereits vor einiger Zeit eine interne Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob sie anderen Cum-Cum-Transaktionen ermöglicht hat. Bislang gebe es dafür keine Hinweise, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger. Daher halte das Wertpapierhaus auch erfolgreiche Forderungen der Finanzverwaltung für unwahrscheinlich. Die Deka hofft, die Datenanalyse bis Ende des Jahres abzuschließen. Das Steuerschlupfloch, das die Cum-Cum-Geschäfte ermöglichte, ist seit 2016 geschlossen.

REKORDABSATZ TREIBT GEWINN

Dank der Rekordnachfrage nach Fonds und Zertifikaten steigerte die Deka das wirtschaftliche Ergebnis 2017 um acht Prozent auf 449 Millionen Euro. Die Nettovertriebsleistung legte 2017 um die Hälfte auf 25,7 (Vorjahr: 16,9) Milliarden Euro zu. Auch zu Jahresbeginn 2018 war die Nachfrage nach Fonds und Zertifikaten ungebrochen. "Die Nettovertriebsleistung lag in den ersten beiden Monaten bei 5,6 Milliarden Euro und damit um 1,4 Milliarden über dem guten Wert des Vergleichzeitraums im Vorjahr", sagte Deka-Chef Rüdiger. Für 2018 erwartet er einen leichten Gewinnanstieg.

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