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Börsianer zum Wochenabschluss in Kauflaune - Brexit im Fokus

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15.03.2019 | 15:12
A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf einen geordneten Brexit und eine baldige Lösung im Handelsstreit haben Anleger in Europa aufs Gaspedal gedrückt.

Der Dax kletterte zeitweise um mehr als ein Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch von 11.725 Punkte, der EuroStoxx50 zog um bis zu 1,6 Prozent auf 3394 Zähler an. Für Schwankungen sorgte der sogenannte Hexensabbat. An diesem Tag verfallen an den Terminbörsen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes. Profi-Anleger versuchen, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu schieben.

Nach dem Votum des britischen Parlaments für ein späteres EU-Austrittsdatum kletterte der Londoner Leitindex ein halbes Prozent nach oben. Am Devisenmarkt hielten sich die Anleger dagegen zurück, das Pfund Sterling trat mit 1,3244 Dollar auf der Stelle. "Es besteht weiterhin ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für einen No-Deal-Brexit am 29. März", erläuterte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Die übrigen 27 EU-Mitgliedsländer müssen einer Verschiebung des Austrittsdatums zustimmen. Zudem ist die Voraussetzung für einen Aufschub, dass die Abgeordneten am Mittwoch den von der britischen Premierministerin Theresa May ausgehandelten Brexit-Vertrag abnicken, den sie bereits zweimal abgelehnt haben.

Experten rieten zur Vorsicht. "Der Eindruck bleibt, dass die unterschiedlichen Vorstellungen selbst bei einem Aufschub nicht gelöst werden können", sagte NordLB-Analyst Stefan Große. "Aber immerhin bliebe nun mehr Zeit, sich auf den Ernstfall harter Brexit vorzubereiten, der freilich nicht wirklich vom Tisch ist." Rücksetzer beim Pfund seien nicht auszuschließen, betonten die Analysten der Bank BNP Paribas. Auf Wochensicht gewann die britische Währung fast zwei Prozent.

Unterstützung für die europäischen Börsen kam auch aus den USA. Dort ließ Präsident Donald Trump verkünden, dass es in den kommenden Wochen Neuigkeiten zum Handelsstreit seines Landes mit China geben werde. Die Volksrepublik sandte ebenfalls positive Signale. Der S&P 500 legte um 0,3 Prozent zu.

WIRECARD TRAGEN DIE ROTE LATERNE IM DAX

Im Technologiesektor versüßte Broadcom den Anlegern den Tag. Der US-Chiphersteller übertraf mit seinem Gewinn im ersten Quartal und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten. Der europäische Technologie-Index war mit einem Plus von 1,5 Prozent der größte Branchengewinner. Infineon-Titel gehörten mit plus 2,1 Prozent zu den Favoriten im Dax.

Schlusslicht waren die Aktien von Wirecard mit minus 8,9 Prozent. Händler verwiesen auf eine Verkaufsempfehlung der US-Bank Citi. Nach dem Wirbel um Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten in Singapur sei eine schnelle Aufklärung nicht in Sicht, begründeten die Analysten. Zugleich sorgte ein Bericht des "Handelsblatt" für Gesprächsstoff, demzufolge die indische Wirecard-Tochter in das Visier der Ermittler rückt.

BMW-Anleger ließen sich von einem Gewinneinbruch um 17 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro und der Kürzung der Dividende um 50 Cent auf 3,50 nicht aus der Ruhe bringen. Die Aktien lagen 0,8 Prozent im Plus. Der Autobauer hatte bereits im September seine Jahresziele für 2018 gekappt und für das dritte und vierte Quartal deutliche Bremsspuren angekündigt.

In den USA gingen Anleger auf Abstand zu Facebook, die Titel gaben zwei Prozent nach. Der überraschende Rücktritt des Produktchefs und Vertrautem von Firmenboss Mark Zuckerberg, Chris Cox, sorgte für Verunsicherung.

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