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Bewegung im Zollstreit gibt Börsen Auftrieb - EZB im Blick

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11.09.2019 | 17:55
The skyline with the banking district is photographed in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine Entspannung im US-chinesischen Zollstreit decken sich Anleger mit europäischen Aktien ein.

Dax und EuroStoxx50 legten am Mittwoch jeweils etwa ein halbes Prozent auf 12.359,07 und 3513,93 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,3 Prozent.

Genährt wurden diese Spekulationen von der Ankündigung Chinas, 16 US-Produkttypen von Strafzöllen auszunehmen. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und könnte eine ähnliche Entscheidung der Regierung in Washington nach sich ziehen", sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Dies seien gute Voraussetzungen für die geplanten Handelsgespräche im kommenden Monat.

Zudem plant die Regierung in Peking einem Medienbericht zufolge Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen des Handelskonflikts für Unternehmen beider Staaten abzufedern. "Für die Anleger, die sich bereits auf eine Lockerung der Geldpolitik seitens der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve vorbereiten, ist dies zusätzlich eine willkommene Nachricht", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Börsianer rechnen fest damit, dass die EZB am Donnerstag den Einlagenzins senkt und die Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe ankündigt. Als ausgemacht gilt zudem eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank in der kommenden Woche. "Aber die Wirksamkeit dieser neuen Maßnahmen wird geringer sein als in der Vergangenheit, wenn sie nicht von einer konsequenten fiskalpolitischen Unterstützung begleitet werden", warnte Pascal Blanque, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Amundi.

HONGKONGER BÖRSE GREIFT NACH LSE

Am Aktienmarkt rückte die LSE ins Rampenlicht. Die Hongkonger Börse will den britischen Konkurrenten für umgerechnet 35 Milliarden Euro schlucken - allerdings nur, wenn die LSE den Datenanbieter Refinitiv nicht wie geplant übernimmt. "Das ist ein kühner Schritt, der wenig Aussicht auf Erfolg zu haben scheint", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die britische Regierung werde das Aushängeschild des Finanzplatzes London kaum in chinesische Hände geben wollen. Vorstellbar sei allerdings ein Gegengebot aus einem westlichen Staat.

Die LSE-Aktien stiegen zunächst um bis zu 16,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 7922 Pence. Am Abend notierten sie nur noch 6,1 Prozent im Plus bei 7216 Pence. Die Titel der Deutschen Börse, die bereits mehrfach mit der LSE fusionieren wollte und die vor Bekanntgabe des LSE/Refinitiv-Deals das Devisenhandelsgeschäft des Datenanbieters übernehmen wollte, markierten mit 139,80 Euro zeitweise ebenfalls ein Rekordhoch und schlossen 0,9 Prozent fester bei 136,70 Euro. Die in den USA notierten Papiere des Refinitiv-Großaktionärs Thomson Reuters rutschten dagegen um 2,5 Prozent ab.

Nach der Präsentation der neuesten iPhone-Generation waren Apple-Zulieferer dagegen gefragt. Die Aktien von AMS, Dialog Semiconductor und IQE legten bis zu acht Prozent zu. Apple-Titel bauten ihre jüngsten Gewinne aus und rückten 1,9 Prozent vor.

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