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Aktien Schweiz: SMI vergrössert Abgaben - Türkei belastet Bankentitel

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10.08.2018 | 11:31

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt befindet sich am letzen Handelstag der Woche weiter im Abwärtsmodus. Handelsstreit, Türkei-Krise und ein steigender Frankenkurs lasten auf den Kursen. Der Leitindex SMI hat nach einer bereits schwachen Eröffnung das Minus nochmals ausgeweitet und liegt nun klar unter der 9'100-Punkte-Marke.

Auslöser für die Abgaben ist die Verschärfung der seit Wochen schwelenden Türkei-Krise. Laut Medienberichten wachsen bei der EZB-Bankenaufsicht die Sorgen um einige europäische Banken, falls kurzfristige Verbindlichkeiten ausfallen sollten. Das bringt europäische und Schweizer Bankenwerte unter Druck. Zusätzlich werden Zykliker durch die Frankenstärke belastet. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Spannungen mit Russland und dem Iran bleiben Thema.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 10.50 Uhr 0,86 Prozent tiefer bei 9'067,11 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,97 Prozent auf 1'485,62 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,74 Prozent auf 10'822,98 Punkte. Von den 30 grössten Titel schafft es einzig Lonza ins Plus.

Grösster Verlierer unter den Blue Chips sind Aryzta (-4,2%). Der Analyst der ZKB sieht bei den Titeln unverändert die Gefahr eines Totalverlustes für die Aktionäre. Mit einer Kapitalerhöhung, dem geplanten Picard-Verkauf und Kostensenkungen könnte aber Stabilität zurückgewonnen werden. Hilfreich sei, dass in der Backwarenindustrie nach wie vor gute Gewinnmargen erzielt werden könnten.

Für Vifor Pharma (-2,8%) hat Kepler Cheuvreux im Nachgang der Zahlen vom Mittwoch das Rating auf "Reduce" gesenkt, das Kursziel aber um 6 auf 143 Franken angehoben. Die Aussagen des Pharmaunternehmens zum Hoffnungsträger Veltassa seien enttäuschend.

Schwach zeigen sich auch die Bankenwerte Julius Bär (-1,9%), UBS (-1,7%) und CS (-1,3%). Die Krise in der Türkei weckt die Skepsis im Blick auf eine Reihe europäischer Finanzhäuser und belastet den Sektor insgesamt, heisst es im Handel. Als Türkei-exponiert werden Etwa BBVA, BNP Paribas oder Unicredit angesehen.

Der schwache Euro, der zum Franken so tief wie seit Mai nicht mehr notiert, lastet auf den Kursen der Zykliker. Hier liegen die Uhrenwerte Swatch (-1,9%) und Richemont (-1,2%) im Angebot, ebenso ABB (je -1,4%), LafargeHolcim, Schindler oder Logitech (je -1,3%).

Adecco (-1,7%) knüpfen an das Minus des Vortages an. Im Nachgang der gestrigen Zahlen haben inzwischen vier Analysten ihre Kursziele gesenkt. Das erste Halbjahr sei zwar im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, für das dritte seien die Erwartungen allerdings etwas gesenkt worden, hiess es. Höhere Kosten und die sich abschwächenden BIP-Erwartungen werden zudem als Faktoren genannt.

Einziger Gewinner im SMI/SLI ist Lonza (+0,4%). Vergleichsweise geringe Verluste weisen Swiss Re (-0,3%) oder Sika auf (-0,5%).

Im breiten Markt ist Dätwyler (-5,2%) im ersten Halbjahr zwar gewachsen und der Ausblick wurde bestätigt. Das Ergebnis blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ebenfalls nach Zahlen gibt die Berner Kantonalbank (-1,4%) ab.

Bei Conzzeta (+6,8%) hat im Halbjahr insbesondere das starke Umsatzwachstum positiv überrascht. Analysten sehen nach der zuletzt schwachen Entwicklung damit viel Spielraum nach oben.

yr/kw

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
SMI -1.42%9319.42 verzögerte Kurse.10.56%
SPI -1.32%11061.88 verzögerte Kurse.12.53%
SWITZERLAND SWISS LEADER -1.79%1427.44 verzögerte Kurse.10.14%
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