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Aktien New York: Rekordjagd geht weiter - JPMorgan mit Milliardengewinn

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12.01.2018 | 16:35

NEW YORK (awp international) - Der Rekordlauf an der Wall Street hat sich am Freitag fortgesetzt. Die leichte Verunsicherung nach einem vorübergehend deutlicheren Anstieg der Renditen am Markt für US-Staatsanleihen scheint schon verflogen.

Der Dow Jones Industrial übersprang erstmals die Marke von 25 700 Punkten und marschiert stramm auf die 25 800 Punkte-Hürde zu. Zum Auftakt der Berichtssaison verzeichneten alle vier wichtigen Indizes Bestmarken. Zwar lieferten die Konjunkturdaten an diesem Tag ein gemischtes Bild, doch die ersten Quartalsberichte - insbesondere von JPMorgan und Blackrock - überzeugten.

Ungeachtet aktueller Inflationsdaten, die Analysten zufolge ein "gutes Inflationsjahr" in den USA erwarten lassen und die US-Notenbank zu mehr Zinsschritten verleiten könnten, stieg das Wall-Street-Barometer zuletzt um 0,78 Prozent auf 25 775,28 Punkte. Erst vor einer Woche war die 25 000-Zähler-Marke erstmals gefallen. Nach einem Plus von 25 Prozent im abgelaufenen Jahr ging es 2018 bisher schon um 4,3 Prozent nach oben.

Der marktbreite S&P 500 rückte im frühen Handel um 0,55 Prozent auf 2782,79 Zähler vor. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,60 Prozent auf 6748,59 Punkte zu und der breite Nasdaq Composite stieg um 0,57 Prozent.

Die kurz vor Weihnachten beschlossene US-Steuerreform hatte den Kursen zuletzt wieder frischen Schwung verliehen, denn Investoren setzen nun auf höhere Unternehmensgewinne. Mögliche Risiken, etwa durch eine stärker als erwartete Straffung der US-Geldpolitik, finden derzeit wenig Beachtung.

Die Inflationsdaten für Dezember zeigten zwar nur einen leichten Anstieg der Verbraucherpreise, doch die Kerninflation (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) wies erstmals seit elf Monaten ein spürbares Plus von 0,3 Prozent zum Vormonat aus. Im Jahresvergleich stieg die Inflationsrate 2017 auf 2,1 Prozent, nach 1,3 Prozent im Jahr 2016. Die Inflationsentwicklung wird von der US-Notenbank genau beobachtet. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Allerdings bevorzugt sie einen anderen Preisindex, der seit längerem niedriger liegt als der aktuell veröffentlichte.

Die Umsätze des US-Einzelhandels hatten im Dezember zugelegt, wenn auch etwas schwächer als erwartet. Ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe waren sie im Monatsvergleich etwas stärker als geschätzt ausgefallen. Zugleich wurde das Plus im November nach oben revidiert. Der Anstieg der Lagerbestände der Unternehmen entsprach im November exakt den Prognosen.

Spannender aber waren die ersten Quartalsberichte. Während viele Unternehmen schon im alten Jahr von der US-Steuerreform profitiert haben, werden Banken zunächst zum Teil belastet. Denn viele haben Verlustvorträge in ihren Büchern stehen, mit denen sie künftige Steuern senken könnten. Angesichts der niedrigeren Steuerquote sind diese nun aber weniger wert - und Abschreibungen werden fällig. Mit Blick auf das Tagesgeschäft hat das aber keine Bedeutung.

Trotz einer massiven Belastung durch die Steuerreform hat die grösste US-Bank JPMorgan denn auch weiterhin Milliarden verdient. Unter dem Strich waren im Schlussquartal 4,2 Milliarden Dollar als Gewinn herausgekommen. Ein stark laufendes Privatkundengeschäft hatte dabei ein anhaltend maues Kapitalmarktgeschäft ausgeglichen. Die Papiere kletterten mit plus 1,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 112,26 Dollar.

Die Anteile von Blackrock zogen um knapp 3 Prozent an und erreichten ebenfalls einen Höchststand. Anders als JPMorgan hatte die Fondsgesellschaft im vierten Quartal von der Steuerreform profitiert. Hinzu war ein Boom bei Indexfonds (ETFs) gekommen. Die Bank Wells Fargo , die ebenfalls von der Steuerreform profitiert hatte, meldete dagegen etwas geringer als erwartete Erträge. Die Aktie, die erst am Vortag ein Rekordhoch erreicht hatte, gab nun um 0,6 Prozent nach.

Um 4,20 Prozent ging es für die Facebook-Aktien abwärts. Die Nutzer des Online-Netzwerks werden künftig mehr Beiträge von Freunden und Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen. Ob der Schritt negative Folgen für das Geschäft haben wird, bleibt aber abzuwarten. Es wäre auch denkbar, dass er den Wettbewerb um vorhandene Werbeslots anheizt./ck/he

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