Auswahlkriterien im AktienScreener von MarketScreener im Überblick:
5-Sterne-Investoren-Rating (gewichteter Durchschnitt der Ratings für Fundamentaldaten, Bewertung, 12-Monats-Gewinnrevisionen und Visibilität),
Marktkapitalisierung von mindestens 6 Milliarden Euro,
Umsatz- und Gewinnwachstum über dem Median (oberes 50%-Perzentil),
Abdeckung durch mindestens 10 Analysten,
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2025 und 2027 unter 20.
Publicis
Der Werbekonzern Publicis steht an der Spitze der Auswahl. Seit der unternehmensstrategischen Neuausrichtung durch das aktuelle Management im Jahr 2021 hat sich Publicis eindrucksvoll neu erfunden – im Gegensatz zu klassischen Wettbewerbern wie WPP oder Omnicom. In den Jahren 2020 bis 2024 erzielte die Aktie starke Kursgewinne, darunter mehr als 40 % Plus in 2021 und 2023. 2025 fällt die Bilanz dagegen etwas schwächer aus (–17 % seit Jahresbeginn), unter anderem wegen wachsender Zweifel am Geschäftsmodell im KI-Zeitalter.
Trotzdem liefert das Unternehmen weiterhin starke operative Ergebnisse – auch im Umfeld einer globalen Werbeflaute. Die Aktie wird aktuell mit einem KGV von 12,1 (2026) bzw. 11,3 (2027) bewertet – deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 14,5, obwohl der Kurs bis 2025 deutlich zugelegt hatte. Die Dividendenrendite liegt über dem Marktdurchschnitt, die Bilanz gilt als ausgesprochen solide. Fundamentale Schwächen sind kaum auszumachen – abgesehen von einem im Vergleich zu früheren Jahren etwas gedämpften Gewinnwachstum.
Fazit: Attraktiv für Anleger, die die aktuelle Bewertungslücke für übertrieben halten. Weniger geeignet für Investoren, die von einem tiefgreifenden KI-Umbruch im Werbemarkt zulasten integrierter Agenturgruppen überzeugt sind.
Bureau Veritas
Der Zertifizierungskonzern Bureau Veritas weist ein ausgezeichnetes fundamentales Rating auf. Anders als Publicis ist der Kursverlauf jedoch volatil, während die Bewertung ambitionierter ist: KGV 18,7 (2026) bzw. 17,2 (2027). Damit liegt die Aktie über dem europäischen Durchschnitt, jedoch unter dem eigenen historischen Bewertungsniveau.
Der Sektor leidet derzeit unter regulatorischer Unsicherheit (v.a. in den USA) und geopolitischer Fragmentierung, was sich auch bei Bureau Veritas bemerkbar macht: 2025 liegt die Aktie 4 % im Minus, was einer relativen Underperformance von 16 % gegenüber dem Stoxx Europe 600 entspricht.
Hinzu kommt ein Anstieg der Nettoverschuldung auf voraussichtlich 1,5 Mrd. Euro bis Jahresende – das entspricht aber nur rund dem 1,1-fachen EBITDA und wird durch eine starke Free-Cashflow-Generierung abgefedert. Weniger bekannt ist, dass Bureau Veritas ein wachsendes Geschäftsfeld im Bereich der KI-basierten Zertifizierung von Rechenzentren entwickelt – insbesondere in den USA.
Fazit: Eine Gelegenheit für geduldige Investoren, die auf eine Neubewertung setzen. Der Titel eignet sich für Anleger, die auf Turnaround-Stories mit substanziellen Fundamentaldaten setzen.
Eiffage
Der Bau- und Infrastrukturkonzern Eiffage ist regelmäßig von politischer Unsicherheit in Frankreich betroffen. 2024 fiel die Aktie infolgedessen um 13 %. 2025 hingegen verzeichnet sie ein starkes Comeback mit +28 % – offenbar haben sich Anleger an das politische Umfeld gewöhnt.
Trotz konjunktureller Abkühlung zeigt sich Eiffage in robuster Verfassung. Das Unternehmen wird derzeit mit einem KGV von unter 9 für 2026 und 2027 gehandelt – deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 13. Die Wachstumsdynamik entspricht zwar nicht der von Techwerten, aber das Management hat ein Geschäftsmodell etabliert, das auch in schwierigen Zeiten stabile Margen liefert.
Die internationale Präsenz wurde deutlich ausgebaut (30 % Umsatzanteil gegenüber 18 % vor zehn Jahren), und margenstärkere Aktivitäten – vor allem im Energiesektor – wurden gezielt gestärkt. Die auf den ersten Blick hohe Verschuldung relativiert sich: Sie resultiert im Wesentlichen aus dem Konzessionsgeschäft, das trotz politischer Kritik stabile Cashflows liefert.
Fazit: Eiffage bietet defensive Qualität zu einem attraktiven Preis. Ideal für Investoren, die Substanzwerte mit stabilen Cashflows und langfristigem Potenzial suchen – auch wenn die Performance nicht spektakulär ausfällt.


















