DOW JONES--Unsere Auswahl an Ereignissen aus der Finanz- und Wirtschaftswelt, die in der Woche im Fokus stehen werden (Angaben in Ortszeit Deutschland):

1. Rückversicherer dank geringer Schäden auf Kurs für Jahresziele

Nach den teuren Schäden im Vorjahr haben die deutschen Rückversicherer ein ruhiges drittes Quartal hinter sich gebracht. Munich Re könnte mit dem doppelten Gewinn des Vorjahres aufwarten, sollten die Analysten recht behalten. Auch bei Hannover Rück sieht es gut aus. Die Konzerne dürften ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr mindestens bestätigen. Offen ist noch, wie sich der Hurrikan "Melissa" ausgewirkt hat, der Ende Oktober Jamaika verwüstet hat. Zumindest die Munich Re als Branchenführer dürfte nicht ungeschoren davonkommen, auch wenn sie kapitalstark genug ist, auch hohe Verluste wegzustecken.

>>> Hannover Rück: Montag, 10. November 2025; 07:30

>>> Munich Re: Dienstag, 11. November 2025; 07:30

2. VCI warnt vor dramatischen Folgen hoher Energiekosten und starker Regulierung

Angesichts hoher Energiekosten und einer starken Regulierung steht die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland unter Druck. Dies bremse Produktion und Investitionen spürbar aus und gefährde tausende Arbeitsplätze, warnt der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Der Branchenverband hatte im September erklärt, die Hoffnung auf eine Trendwende sei verflogen. Bei der Vorlage des Berichts über das dritte Quartal dürften auch die angedrohten US-Zölle von 100 Prozent auf ausländische Pharmazeutika Thema sein, von denen Generika wohl ausgenommen werden sollen. Der VCI prognostiziert für 2025 bei unveränderter Produktion in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie rückläufigen Preisen bislang von einem Umsatzrückgang um 1 Prozent.

>>> Dienstag, 11. November 2025; 08:30

3. ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im November

Die Konjunkturerwartungen von Investoren für Deutschland dürften sich im November erneut aufgehellt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Erwartungsindex auf plus 42,0 (Oktober: plus 39,3) Punkte gestiegen ist. Für den Index der Lagebeurteilung werden minus 78,2 (minus 80,0) Punkte prognostiziert

.>>> Dienstag, 11.11.2025; 11:05

4. Sachverständigenrat könnte deutsche Wachstumsprognosen etwas anheben

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) könnte seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland leicht anheben. Zwar sind die erhofften wachstumsfreundlichen Reformen, mit denen die staatlichen Ausgabenprogramme flankiert werden sollten, bisher ausgeblieben, doch stellt sich die Lage bei den US-Zöllen etwas günstiger dar als im Mai, als der SVR sein Frühjahrsgutachten veröffentlichte. So galt damals ein "reziproker" Zoll von 20 Prozent. Dieser ist inzwischen auf 15 Prozent gesenkt worden. Außerdem hat sich seither das internationale Umfeld etwas verbessert. Anfang Mai hatte der SVR für 2025 und 2026 Wachstumsraten von 0,0 und 1,0 Prozent prognostiziert.

>>> Mittwoch, 12.11.2025

5. Brenntag mit schwachem dritten Quartal - Fokus auf neuem CEO

Der Chemikalienhändler dürfte im dritten Quartal deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verbucht haben. Analysten rechnen im Konsens mit einem Umsatzrückgang um 6 Prozent und einem Rückgang des operativen EBITA um 12 Prozent. Die schwache Geschäftsentwicklung spiegelt Marktbeobachtern zufolge ein schwieriges Branchenumfeld und ungünstige Wechselkursentwicklungen wider. Der DAX-Konzern hatte zum Halbjahr zudem gewarnt, dass sich der Preisdruck und eine schleppende Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen würden. Im Fokus stehen Aussagen des seit Anfang September amtierenden neuen CEO Jens Birgersson, der bei der Zahlenvorlage am Mittwoch erstmals mit dem Kapitalmarkt interagiert.

>>> Mittwoch, 12. November 2025; 07:00

6. RWE-Ergebnis sollte besser sein als im Vorquartal

Beim Energieversorger RWE sollte das dritte Quartal dank verbesserter Handels- und Onshore-Geschäfte im Ergebnis etwas günstiger verlaufen sein als das zweite. Darauf deuten die Neunmonats-Konsenszahlen der Analysten hin. Erwartet wird im Schnitt ein bereinigtes EBITDA von 3,14 Milliarden Euro - das wäre rund 1 Milliarde Euro mehr als im ersten Halbjahr. Für das dritte Quartal ergibt sich auf Basis der Halbjahreszahlen ein EBITDA von etwa 800 Millionen Euro. Wichtig für Investoren wird sein, wie RWE künftige Investitionen zwischen Deutschland, USA und Grßbritannien aufteilt.

>>> Mittwoch, 12. November 2025; 07:00

7. Keine großen Überraschungen bei Bayer

Von Bayer erwartet der Markt im dritten Quartal keine großen Sprünge. Schwacher Dollar und schwaches Agrargeschäft deuten auf einen leichten Umsatzrückgang hin, trotzdem könnte der bereinigte operative Gewinn im gleichen Maße steigen. Im Pharmageschäft werden Anleger darauf schauen, wie gut das Wachstum der neuen Medikamente den mit dem Ablauf des Patentschutzes beim Bestseller Xarelto verbundenen Umsatzeinbruch auffangen kann. Im Sommer war das Pharmageschäft der Grund, weshalb Bayer seine Jahreziele anhob. Diese Ziele stehen aus Sicht der Analysten nicht im Feuer. Fragen dürften Analysten hinsichtlich der Fortschritte beim leidigen Thema der Rechtsrisiken beim Unkrautvernichter Glyphosat haben. Konkret: Nimmt sich der Oberste Gerichtshof der USA des Falles an?

>>> Mittwoch, 12. November 2025; 07:30

8. Prognose bei Infineon im Mittelpunkt

Bei Infineon gilt alles Interesse der Anleger zuallererst dem Ausblick auf das seit sechs Wochen laufende neue Geschäftsjahr. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten haben Analysten in den zurückliegenden Monaten ihre Erwartungen deutlich nach unten korrigiert. Alle, so heißt es bei JP Morgan, erwarteten nur einen konservativen Ausblick von dem deutschen Chipkonzern. Der Konsens impliziere derzeit 7,7 Prozent Wachstum, doch eine Prognose von rund 5 Prozent Wachstum und 20 Prozent Marge würden reichen, damit der Aktienkurs positiv reagiere. Infineon gilt Beobachtern als sehr gut aufgestellt, um im Falle eines Aufschwungs besonders zu profitieren. Noch dürfte das Management über Dezember hinaus aber wenig Sicherheit haben, wie sich das Bestellverhalten tatsächlich entwickelt.

>>> Mittwoch, 12. November 2025; 07:30

(Es folgt Teil 2 für Donnerstag und Freitag)


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November 10, 2025 00:00 ET (05:00 GMT)