DOW JONES--Unser Auswahl an Ereignissen aus der Finanz- und Wirtschaftswelt, die in der Woche im Fokus stehen werden (Angaben in Ortszeit Deutschland):
1. Rückversicherer mit mehr Gewinn nach Waldbränden im Vorjahr
Die Rückversicherer haben das Jahr mit einem kräftigen Gewinnwachstum begonnen. Die Schaden-Unfall-Sparten von Hannover Rück und Munich Re erholen sich von den Waldbränden in Los Angeles im Januar 2025, die mit rund 40 Milliarden US-Dollar als eine der teuersten Naturkatastrophen der Geschichte für die Branche gilt. Auch abseits von diesem Effekt stehen die beiden DAX-Konzerne sehr robust dar, auch wenn sie mit einem immer weicheren Rückversicherungsmarkt - also mit einem schwachen Preisumfeld - zu kämpfen haben.
>>> Hannover Rück: Montag, 11. Mai 2026; 07:30
>>> Munich Re: Dienstag, 12. Mai 2026; 07:30
2. Bei Bayer wird der Xarelto-Effekt im Ergebnis sichtbar
Die Zwischenbilanz von Bayer zum ersten Quartal dürfte insgesamt solide ausfallen, schwache Zahlen werden allerdings im Pharmageschäft erwartet. Analysten rechnen im Konsens mit 5 Prozent weniger Umsatz bei Arzneien und zugleich 16 Prozent weniger bereinigtem EBITDA. Hier dürften sich nun wie angekündigt die Patentabläufe der bisherigen Umsatzlieferanten Xarelto und Eylea deutlich zeigen. Das Agrargeschäft kann dies nach Meinung der Experten nicht ausgleichen, obwohl dort bei unveränderten Einnahmen mit mehr Gewinn kalkuliert wird. Hinsichtlich der im März kommunizierten Bayer-Jahresziele herrscht unter den Analysten unterdessen eine gewisse Skepsis. Ihre Konzernprognosen liegen nämlich darunter.
>>> Dienstag, 12. Mai 2026; 07:30
3. ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken im Mai
Die Meinung von Investoren zu den Konjunkturaussichten Deutschlands dürften sich im Mai kaum verbessert haben. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten rechnen damit, dass die von Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen auf minus 20,5 (April: minus 17,2) Punkte zurückgegangen ist. Interessant wird der Vergleich mit den Ergebnissen der Sentix-Umfrage sein, die ebenfalls einen Rückgang der Konjunkturerwartungen gezeigt hatte. Allerdings dürfte die ZEW-Umfrage unter dem Einfluss eines zumindest vorübergehenden Ölpreisrückgangs gestanden haben.
>>> Dienstag, 12.05.2026; 11:00
4. US-Inflationsdruck nimmt im April zu
Der Inflationsdruck in den USA dürfte im April zugenommen haben. Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen sind und um 3,9 (März: 3,3) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Für die Kernverbraucherpreise werden Zuwachsraten von 0,4 und 2,7 (2,6) Prozent prognostiziert. Damit bewegt sich die Inflation aus Sicht der Fed in die falsche Richtung. Für die Notenbank dürfte auch die Entwicklung der Erzeugerpreise von Interesse sein, die am nächsten Tag veröffentlicht werden, weil einige Teile dieses Index in den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) eingehen. Hier wird sowohl für den Gesamt- als auch für den Kernindex mit einem monatlichen Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet.
>>> Dienstag, 12.05.2026; 14:30
5. Brenntag mit schwachem Jahresauftakt - Fokus auf Ausblick
Brenntag hat im Auftaktquartal voraussichtlich weitere Umsatz- und Ergebnisrückgänge verbucht. Die Nachfrage der Industrie in den wichtigsten Regionen bleibt verhalten, die Auftragszyklen sind kurzfristig und die Visibilität gering, wie die Analysten von MWB schreiben. Zudem spürt der Chemikalienhändler Wettbewerbsdruck durch chinesische Exporte. Allerdings dürfte die steigende Inflation dem DAX-Konzern nach Einschätzung der Analysten der UBS Rückenwind geben. Brenntag hat bereits vor weiterhin schwachen Marktbedingungen in diesem Jahr gewarnt. Der Konzern will sich auf Kostendisziplin, Cash-Generierung und die Vereinfachung der Konzernstruktur konzentrieren, 2026 aber operativ wachsen. Bei der Zahlenvorlage steht der Ausblick im Fokus - ist er zu halten?
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 07:00
6. Bleibt die Telekom in Deutschland auf Wachstumskurs?
Wenn die Deutsche Telekom ihre Erstquartalszahlen vorlegt, wird sich zeigen, ob der DAX-Konzern seinen Wachstumskurs auf dem Heimatmarkt, auf den er im Schlussquartal 2025 eingeschwenkt ist, beibehalten konnte. Die Citi-Analysten rechnen insgesamt mit einem soliden Auftaktquartal. Die US-Tochter T-Mobile hat ihre Bilanz wie üblich bereits vorgelegt. Nach Einschätzung der Analysten von ING punktet T-Mobile US weiterhin mit starken Wachstumsraten und baut den Kundenstamm weiter aus. In den Fokus sind zuletzt Medienberichte gerückt, denen zufolge Deutsche Telekom und T-Mobile US einen Zusammenschluss erwägen.
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 07:00
7. Eon-Zwischenbilanz unspektakulär erwartet
Eon dürfte für das Auftaktquartal solide Zahlen vorlegen. Das erwarten zumindest die Analysten. Ihre Konsens sieht das bereinigte EBITDA des Verteilnetzbetreibers um 1 Prozent unter Vorjahr. Der DAX-Konzern aus Essen hat für 2026 Ergebnisziele formuliert, die jeweils unter den Ergebnissen von 2025 liegen. Dass diese erreicht werden, daran hat der Markt derzeit keine Zweifel. Die Beobachter setzen allerdings darauf, dass Eon seine Investitionen noch weiter hochfährt, sobald sobald regulatorische Klarheit über das nächste Regulierungsregime herrscht. Die Eon-Finanzchefin hat schon gesagt, dass noch 5 bis 10 Milliarden Euro mehr drin sind, wenn die möglichen Renditen in der Regulierung stimmen.
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 07:00
8. Merck dürfte Prognose nach verhaltenem ersten Quartal bestätigen
Der Pharma- und Technologiekonzern Merck dürfte mit Umsatz- und Gewinnrückgängen ins Jahr gestartet sein. Dem DAX-Konzern machen negative Wechselkurseffekte und die Generikakonkurrenz für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad in den USA zu schaffen. Die Sparten Life Science und Elektronik sollten sich hingegen solide entwickelt haben. Die verhaltene Jahresprognose dürfte Merck bestätigen. Laut den Analysten der Deutschen Bank bleibt jedoch abzuwarten, ob das Management diesen Ausblick ohne weitere Rückschläge erfüllen kann. Bei der Zahlenvorlage interessieren sich Anleger und Investoren unter anderem für die erwartete US-Zulassung des Fruchtbarkeitsmedikaments Pergoveris fragen und die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf das Geschäft.
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 07:00
9. RWE-Zahlen sollten deutlich besser sein als im Vorjahr
RWE dürfte im ersten Quartal davon profitiert haben, dass die Offshore-Windstromerzeugung verglichen mit dem von einer Flaute geprägten Vorjahresquartal um knapp die Hälfte gestiegen ist. Auch im Onshore-Geschäft mit Wind und Solaranlagen gab es deutlich höhere Strommengen. Ein von RWE zusammengestellter Konsens sieht den operativen Gewinn auf dieser Basis im Median um ein Viertel über dem Vorjahreswert. Allein im Energiehandel werden die Zahlen schwach erwartet. Die Prognose dürfte bestätigt werden, vermuten Analysten. Angesichts des Nahostkonflikts und der globalen Unsicherheit bei fossiler Energie sei RWE perfekt positioniert, um von den massiven Investitionen in die Netzstabilität und grüne Erzeugung zu profitieren, heißt es bei Goldman Sachs.
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 07:00
10. Hohe Erwartungen an Siemens
Die Markterwartungen an Siemens sind hoch gesteckt, nachdem der deutsche Technologiekonzern bereits nach einem Quartal Mitte Februar die Prognose für 2025/26 hochgenommen hat. Analysten schätzen im Konsens, dass Siemens auch den erhöhten Zielkorridor beim Gewinn je Aktie übertreffen wird. Die Basis dafür bilden aus ihrer Sicht Wachstumsraten von mehr als 8 Prozent in allen drei Kerngeschäftsfeldern und eine Marge von 16,0 Prozent im Industriegeschäft. Interessant wird sein, inwiefern Siemens von den Folgen des Nahostkonflikts betroffen wird. Die Medizintechniktochter Healthineers, die ja immer noch konsolidiert wird, musste gerade erst seine Wachstums- und Gewinnerwartungen etwas zurücknehmen - das berücksichtigt der Marktkonsens noch nicht.
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 07:00
11. Eurostat bestätigt Anstieg Euroraum-BIP um 0,1 Prozent
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums ist laut einer ersten Schätzung gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent gestiegen - das war etwas weniger als erwartet (0,2 Prozent), obwohl Deutschlands Wachstum - 0,3 Prozent gegenüber prognostizierten 0,2 Prozent - etwas stärker als erwartet ausgefallen war. Gleichwohl rechnen Analysten damit, dass Eurostat die Ergebnisse der Vorabschätzung bestätigen wird. Veröffentlicht werden außerdem Zahlen zur Entwicklung der Beschäftigung im ersten Quartal.
>>> Mittwoch, 13. Mai 2026; 11:00
12. US-Präsident Trump reist nach China
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
May 08, 2026 11:12 ET (15:12 GMT)



















