NEW YORK/LONDON (awp international) - Die Ölpreise haben am Freitag an die starken Gewinnen im Verlauf der Handelswoche angeknüpft. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete gegen Mittag 62,11 US-Dollar. Das waren 43 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 48 Cent auf 53,07 Dollar.

Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen kräftig nach oben. Seit Montag konnte der Preis für US-Öl fast zehn Prozent und der für Brent-Öl etwa acht Prozent zulegen. Das ist der stärkste Anstieg der Ölpreise im Verlauf einer Woche seit etwa zwei Jahren.

Seit dem Tief an Heiligabend sind die Ölpreise um mehr als 20 Prozent gestiegen. "Rückenwind kommt seitens der Finanzmärkte durch einen schwächeren US-Dollar und durch steigenden Aktienmärkte", hiess es in einer Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank. Am Markt wächst ausserdem die Zuversicht, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre gemeinsam mit anderen Förderländern beschlossene Produktionskürzung in die Tat umsetzt. Nach jüngsten Aussagen des saudischen Energieministers Khalid Al-Falih hat das führende Opec-Land seine Produktion gekürzt.

Der zweite Grund für den starken Anstieg der Ölpreise seit Montag ist die jüngste Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Nach Informationen des "Wall Street Journal" sollen die Gespräche zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt Ende Januar weitergehen. Der chinesische Chefunterhändler und Vizepremier Liu He plane am 30. und 31. Januar eine Reise nach Washington, berichtete die US-amerikanische Zeitung am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen./jkr/elm/fba