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Tata Steel : Thyssen-AR-Chef attackiert Investoren Cevian und Elliott

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11.07.2018 | 16:02
ThyssenKrupp supervisory board chairman Lehner waves during the company's annual shareholders meeting in Bochum

- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz

- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz

"Wir sprechen nicht nur in der Hauptversammlung, sondern in vielen Treffen mit unseren Aktionären. Bedauerlicherweise beschreiten einige aber auch andere Wege, die teilweise schon als Psychoterror bezeichnet werden könnten", sagte Lehner in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der "Zeit". Einige aktivistische Investoren seien dafür bekannt, dass Manager, die sie loswerden wollten, später in psychiatrische Behandlung gemusst hätten. Lehners Worte können als Frontalangriff auf den Großaktionär Cevian und insbesondere auf den US-Hedgefonds Elliott verstanden werden. Sie hatten Hiesingers Kurs heftig kritisiert.

Es sei zwar klar, dass es bei Themen wie dem Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel unterschiedliche Meinungen geben könne, sagte Lehner der Zeitung, fügte aber an anderer Stelle hinzu: "Es ist die Pflicht der Aktionäre, sich im Rahmen der üblichen Verfahrensweisen zu verhalten." Eine Firma, die jahrelang von treuen Aktionären begleitet worden sei, sei auf einmal mit einem Minderheitsaktionär konfrontiert, der in die Presse marschiere und sage: 'Wir bringen das Management mal auf Trab.' "Und wenn ich dann höre, dass auf Hauptversammlungen auch Stimmen gekauft werden, dann sind solche Aktionäre für Unternehmen kein Gewinn." Cevian lehnte eine Stellungnahme ab und auch von Elliott war zunächst keine zu erhalten.

Auch die Krupp-Stiftung, die mit 21 Prozent größter Einzelaktionär des Konzerns ist, ging auf Distanz zu den neuen Investoren. "Wir werden den Heuschrecken nicht das Feld überlassen, sonst verraten wir den Auftrag der Stiftung", sagte der Vizechef des Kuratoriums, Reimar Lüst, der Wochenzeitung. "Wenn wir könnten, würden wir Herrn Hiesinger sofort zurückholen. Wir haben immer hinter ihm gestanden." Daran hatte allerdings Hiesinger selbst Zweifel anklingen lassen.

LEHNER: PSYCHOTERROR REICHT BIS IN FAMILIEN HINEIN

Lehner wird bereits länger ein angespanntes Verhältnis zu Cevian nachgesagt. Der schwedische Finanzinvestor hält knapp 18 Prozent an Thyssenkrupp und hatte Hiesinger mehrfach kritisiert. Der Manager agiere beim Konzernumbau zu behäbig, alle Sparten müssten auf den Prüfstand und die Rendite gesteigert werden. Auch der kürzlich eingestiegene Hedgefonds Elliott hatte Hiesinger ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Seit dem Rücktritt Hiesingers ist der Konzern in Aufruhr. Auch Lehner selbst steht unter Druck. Der langjährige Henkel-Chef muss möglichst rasch einen Nachfolger für den Chefposten finden. Zudem wird er sich fragen lassen müssen, warum er den Rücktritt des im Konzern von vielen verehrten Vorstandschefs nicht verhindern konnte. Dieser hatte wie auch Lehner noch ein Mandat bis 2020. Auf die Frage, was er mit dem Vorwurf des Psychoterrors meine, entgegnete der 72-Jährige: "Unwahrheiten in der Öffentlichkeit zu platzieren, unberechtigte Rücktrittsforderungen bis hin zum Belästigen von Nachbarn und Familienmitgliedern." Es sei auch unangebracht, als Aktionär den Rücktritt des Chefs zu fordern oder zu betreiben.

Lehner machte deutlich, dass der Mischkonzern mit fast 160.000 Beschäftigten auch künftig eher auf Evolution statt Revolution setzten werde. Eine Zerschlagung des Konzerns mitsamt seiner profitablen Aufzugssparte lehnte er ab. "Es bestehen keinerlei Pläne, uns von unserem besten Geschäft zu trennen. Das widerspräche jeglicher Vernunft."

Lehner zufolge wird der Konzern nicht erst mit einem neuen Chef an Bord eine neue Strategie entwerfen. "Das muss eher vorher, maximal parallel passieren. Wir suchen einen Vorstandsvorsitzenden ja für eine Aufgabe, und diese Aufgabe muss definiert sein." Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass vorerst Finanzchef Guido Kerkhoff als Interimschef die Führung übernehmen solle. Als ein möglicher Kandidat gilt der frühere Thyssenkrupp-Finanzchef Stefan Kirsten, der vor wenigen Wochen seinen Stuhl beim Immobilienkonzern Vonovia geräumt hatte. Kirsten war von 2002 bis 2006 Finanzchef von Thyssenkrupp gewesen.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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Finanzkennziffern (INR)
Umsatz 2019 1 506 Mrd.
EBIT 2019 202 Mrd.
Nettoergebnis 2019 91 743 Mio
Schulden 2019 946 Mrd.
Div. Rendite 2019 1,51%
KGV 2019 7,95
KGV 2020 7,99
Marktkap. / Umsatz 2019 1,10x
Marktkap. / Umsatz 2020 1,00x
Marktkap. 717 Mrd.
Chart TATA STEEL
Laufzeit : Zeitraum :
Tata Steel : Chartanalyse Tata Steel | MarketScreener
Vollbild-Chart
Trends aus der Chartanalyse TATA STEEL
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsAnsteigendNeutralNeutral
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 27
Mittleres Kursziel 750  INR
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 20%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Vorstände
NameTitel
Thachat Viswanath Narendran Chief Executive Officer, Executive Director & MD
Natarajan Chandrasekaran Chairman
Koushik Chatterjee Chief Financial Officer & Group Executive Director
Ashok Kumar Chief Technology Officer-Process
Vinay V. Mahashabde Chief Technical Officer-Flat Products
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkap. (M$)
TATA STEEL-10.69%9 932
ARCELORMITTAL1.49%33 114
POSCO--.--%23 840
NUCOR1.26%20 366
NIPPON STEEL & SUMITOMO METAL CORP-19.33%20 055
NOVOLIPETSK STEEL PAO--.--%15 802