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Trump nennt US-Notenbank wegen Zinserhöhungen "verrückt"

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11.10.2018 | 15:08
U.S. President Trump rally in Erie, Pennsylvania

Erie/Nusa Dua/Washington (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat die Notenbank Fed für irre erklärt und damit Widerspruch von Vertretern der internationalen Finanzelite geerntet.

"Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte Trump vor einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania. Sie mache einen Fehler, da sie die Zinsen so stark erhöhe. Die jüngste Talfahrt an den Börsen sei eine "Kurskorrektur", die seit langem erwartet worden sei: "Aber ich bin wirklich nicht damit einverstanden, was die Fed da macht." Am Donnerstag legte er nach und sprach im TV-Sender Fox von einem "großen Fehler" der Währungshüter, die zu aggressiv agierten.

IWF-Chefin Christine Lagarde verteidigte US-Notenbankchef Jerome Powell dagegen: "Er wirkt ebenso wie die Direktoren äußerst seriös, zuverlässig und durchaus gewillt, Entscheidungen auf Basis von Fakten zu treffen", sagte die Französin dem US-Sender CNBC. Auch der Chef der Bank von England, Mark Carney, kann die Kritik Trumps nicht nachvollziehen: "Eine der vielen Qualitäten von Jerome Powell ist es, dass er wirklich versteht, wie das amerikanische und das globale Finanzsystem tickt." Dies sei gerade in Zeiten des Wandels ein "ungeheurer Vorteil", fügte Carney am Rande des Treffens von IWF und Weltbank auf Bali hinzu.

Trump hat mit seiner bereits mehrfach geäußerten Kritik an der Fed ein Tabu gebrochen, wonach sich US-Präsidenten nicht in das Geschäft der unabhängigen Zentralbank einmischen. Und der Republikaner hat schon angekündigt, sich wieder kritisch zu Wort melden zu wollen, falls die Fed ihren Kurs fortsetze.

Die Vorwürfe lassen Powell bislang aber kalt: Bei geldpolitischen Entscheidungen spielten "politische Faktoren oder ähnliches" keine Rolle, betonte er nach der jüngsten Zinserhöhung im September. Diese Haltung gilt Experten als entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Fed.

Für die Wall Street geht Trump offenbar von weiteren Verlusten aus. Er sprach von einer Kurskorrektur. Auch Ökonom Oliver Pursche vom Vermögensverwalter Bruderman Asset Management in New York hält dies für plausibel: "Das ist wahrscheinlich der Beginn der Korrektur." Am Mittwoch hatten die drei wichtigsten Indizes an den US-Börsen mehr als drei Prozent im Minus geschlossen. Der S&P 500 und der Dow Jones gaben so stark nach wie seit Anfang Februar nicht mehr. Die Anleger reagierten dabei auch auf einen Bericht des Internationalen Währungsfonds, der angesichts steigender Zinsen in den USA und dem von Trump angezettelten Zollstreit vor Gefahren für die Finanzmärkte warnt.

Die US-Währungshüter haben 2018 den Leitzins schon drei Mal angehoben - zuletzt auf das aktuelle Niveau von 2,00 bis 2,25 Prozent. Bis Ende 2019 haben sie vier weitere Schritte nach oben signalisiert. Powell ließ jüngst durchblicken, dass die Zinsen auch noch stärker steigen könnten, damit die Wirtschaft nicht überhitzt. Der nicht als Anhänger eines solchen Kurses bekannte Währungshüter James Bullard sprach sich unterdessen für mehr Zurückhaltung aus: "Wir müssen nicht mehr viel tun, um die Geldpolitik zu normalisieren", sagte der Chef des Fed-Bezirks St. Louis.

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