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Real-Beschäftigte: 'Wir wollen in sichere Hände'

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14.02.2020 | 12:16

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - "Wir wollen in sichere Hände" steht auf dem Plakat, dass ein Real-Mitarbeiter den Aktionären des Mutterkonzerns Metro entgegenhält, die zur Hauptversammlung des Handelsriesen eilen. "Ich bin kein Restposten", steht auf der Jacke eines Kollegen. Hunderte Mitarbeiter der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette sind am Freitagmorgen zum Congress Center Düsseldorf gekommen, um am Rande des Aktionärstreffens für die Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne zu demonstrieren.

"Wir wären froh, wenn wir wüssten, was mit uns passiert: Ob wir geschlossen werden oder ob wir weitergehen an jemanden. Diese Ungewissheit ist ganz schlimm. Da kriegen sie es an den Nerven", sagt eine Demonstrantin. Und einer ihrer Kollegen ergänzt: Das Problem sei, "dass man uns einfach links liegen lässt, als wären wir eine Ware, die im Regal irgendwo liegt. Wo man sagt, dieses Regal muss jetzt geräumt werden". Pfeifkonzerte schallen den Aktionären entgegen. Auch ein paar Böller fliegen. Die Stimmung ist gereizt.

Bis in die Versammlungshalle dringt von dem Lärm allerdings nichts. Dort verteidigt Metro-Chef Olaf Koch die Verkaufspläne. Real habe zuletzt den Gesamtkonzern in die roten Zahlen gezogen, sagt er vor den Aktionären. "Wir können dieses Geschäft nicht weiter tragen."

Der Düsseldorfer Handelsriese will sich künftig ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren und deshalb Real verkaufen. Koch bekräftigt auf der Hauptversammlung, das Unternehmen habe inzwischen eine "kommerzielle Einigung über den Verkauf" mit dem Finanzinvestor SCP erzielt. "Unsere Teams sitzen aktuell beim Notar", sagte Koch. "Wir verhandeln nicht mehr über den Preis und nicht mehr über kommerzielle Eckpunkte." Es gehe nur noch um Details - vor allem einen Gremienvorbehalt des Käufers. Koch geht davon aus, dass auch diese Hürde in der nächsten Woche genommen werden kann.

Nach dem Verkauf soll die Supermarktkette mit aktuell rund 34 000 Beschäftigen zerschlagen werden. Zwar wollen die Käufer einen Kern von 50 Real-Märkten für mindestens 24 Monate weiter betreiben. Der größte Teil der Filialen soll jedoch an andere Händler wie Edeka oder Kaufland gehen. Rund 30 Filialen sollen geschlossen werden.

Durch den Verkauf von Real erwartet die Metro Nettomittelzuflüsse von 300 Millionen Euro. Das sind 200 Millionen Euro weniger als noch vor wenigen Monaten erhofft. Doch hat sich das Geschäft der kränkelnden Tochter in den vergangenen Monaten auch nicht gut entwickelt.

Durch die Einnahmen aus dem Verkauf von Real und einer deutlich größere Summe aus dem Verkauf des China-Geschäfts rechnet die Metro in den nächsten Monaten mit Mittelzuflüssen von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Damit werde die Metro "bilanziell auf so starken Füßen stehen wie lange nicht mehr", betonte Koch. Außerdem werde es den Spielraum des Unternehmens für Akquisitionen deutlich erhöhen.

Aktionärsvertreterin Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist vom bisherigen Verhandlungsergebnis allerdings wenig beeindruckt. Der Verkaufsprozess bei Real sei "zäh wie Kaugummi" gewesen, klagt sie. Die Zitterpartie müsse endlich beendet werden. Die Entscheidung, die Supermarktkette zu verkaufen, sei richtig. Doch dürfe die Metro beim Kaufpreis keine zu großen Zugeständnisse machen. Schließlich seien allein die im Verkaufspaket enthaltenen Immobilien 900 Millionen Euro wert.

Die Aktionärsvertreterin zeigt auch Verständnis für die Demonstranten vor der Versammlungshalle. "Für uns ist die Zitterpartie vielleicht im Sommer vorbei, für die Mitarbeiter fängt sie dann erst an. Denn sie wissen noch nicht, wohin es geht." Die Demonstranten sind da allerdings schon längst abgezogen. Die Sprechchöre "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" sind verhallt./rea/DP/jha


© dpa-AFX 2020
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Finanzkennziffern (EUR)
Umsatz 2020 28 157 Mio
EBIT 2020 544 Mio
Nettoergebnis 2020 152 Mio
Schulden 2020 2 877 Mio
Div. Rendite 2020 5,80%
KGV 2020 24,9x
KGV 2021 13,4x
Marktkap. / Umsatz2020 0,26x
Marktkap. / Umsatz2021 0,24x
Marktkap. 4 383 Mio
Chart METRO AG
Dauer : Zeitraum :
Metro AG : Chartanalyse Metro AG | MarketScreener
Vollbild-Chart
Trends aus der Chartanalyse METRO AG
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsFallendFallendFallend
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung HALTEN
Anzahl Analysten 14
Mittleres Kursziel 13,58  €
Letzter Schlusskurs 12,07  €
Abstand / Höchstes Kursziel 49,1%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 12,5%
Abstand / Niedrigsten Ziel -23,8%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
Olaf G. Koch Chairman-Management Board & CEO
Juergen B. Steinemann Chairman-Supervisory Board
Philippe Palazzi Chief Operating Officer
Christian Baier Chief Financial Officer
Florian Funck Member-Supervisory Board
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkap. (M$)
METRO AG-15.89%4 741
SYSCO CORPORATION-8.57%39 770
WOOLWORTHS GROUP LIMITED19.30%36 462
TESCO PLC0.51%32 611
AHOLD DELHAIZE N.V.6.03%27 697
KROGER-2.62%22 601